Singapur

Wissenswertes über Singapur

Natur und Klima:

Der Inselstaat vor dem Südzipfel der Halbinsel Malakka besteht aus der 573 Quadratkilometer großen Hauptinsel Singapur und mehr als 50 kleineren Inseln. Allerdings wird durch Aufschüttungen immer neues Land hinzugewonnen. Die im Bukit Timah bis 175 Meter hohe, flachwellige Hauptinsel ist mit Malakka durch einen Damm über die Meeresstraße von Johor verbunden (Straße, Eisenbahn, Wasserleitungen); eine zweite Brückenverbindung wurde 1996 ganz im Westen fertiggestellt.

Obwohl die Hauptinsel von einem verzweigten Kleingewässernetz durchzogen ist und mehrere Stauseen angelegt wurden, reicht das Trinkwasser bei weitem nicht für die Versorgung der Bevölkerung aus. Die eigentliche Stadt Singapur liegt im Süden der Hauptinsel.

Der tropische Regenwald, der früher einen Großteil der Insel bedeckte, und die Mangroven an der Küste sind durch die starke Besiedlung weitgehend zerstört. Parkanlagen und zoologische Gärten bewahren Teile der ursprünglichen Flora und Fauna.

Tropisches Klima:

Das Klima ist das ganze Jahr tropisch-heiß mit Durchschnittstemperaturen um die 27 Grad, feucht und oft drückend schwül (rund 85 Prozent Luftfeuchtigkeit). Besonders in den Wintermonaten fallen starke Niederschläge (Jahresdurchschnitt 2400 mm). Ein Problem ist die durch Waldbrände in Indonesien ausgelöste Luftverschmutzung.

Bevölkerung:

Die multikulturelle und auf engstem Raum zusammenlebende Bevölkerung besteht zu mehr als drei Vierteln aus Chinesen; die stärksten Minderheiten sind Malaien und Inder. Dazu kommen Hunderttausende, meist aus Malaysia stammende Arbeitskräfte. Knapp mehr als die Hälfte der Bewohner sind Buddhisten oder Daoisten, 15 Prozent Muslime, 15 Prozent Christen und vier Prozent Hindus. Obwohl keine allgemeine Schulpflicht besteht, gilt das Bildungswesen, besonders im Hochschulbereich, dank eines hohen Bildungsetats als vorbildlich.

Staat und Politik:

Nach der mehrfach revidierten Verfassung von 1959 ist Singapur eine Republik im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist der für sechs Jahre direkt gewählte Präsident. Die von ihm ernannte Regierung steht unter der Leitung des Premierministers und ist dem Parlament verantwortlich. Die 84 Abgeordneten des Einkammerparlaments werden für eine fünfjährige Legislaturperiode gewählt. Führende Partei ist die People's Action Party (PAP).

Wirtschaft und Verkehr:

Gemessen am Bruttonationaleinkommen je Einwohner zählt Singapur zu den reichsten Staaten Asiens. Das Land gehört zu den sogenannten Tigerstaaten, den asiatischen Schwellenländern mit einem starken Wirtschaftswachstum und staatlich geförderten prosperierenden Wirtschaftszweigen. Das bedeutende Handels-, Finanz-, Dienstleistungs- und Technologiezentrum ist auch das größte Erdölraffineriezentrum Südostasiens.

Weitere wichtige Wirtschaftsbereiche sind die Elektronikindustrie, der Bau von Maschinen und Ausrüstungen (insbesondere in der Erdölbohrtechnik), die Schiffsreparatur und zunehmend die Gen- und Biotechnologie. Die stark exportorientierte Industrie wird weitgehend von multinationalen und einigen großen singapurischen Firmen, die eng mit der Regierung verbunden sind, dominiert. Singapur verfügt über keine eigenen Energie- und Rohstoffquellen. Nur etwa ein Prozent der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Der Tourismus hat sich nach dem Einbruch infolge der Sars-Epidemie 2003 wieder erholt.

Bedeutendes Verkehrszentrum:

Im Schnittpunkt internationaler Schifffahrtswege und Flugrouten gelegen, hat sich Singapur zu einem der wichtigsten Verkehrszentren Südostasiens entwickelt. Gemessen am Umschlag ist der Hafen von Singapur der größte der Welt. Der internationale Flughafen Changi ist einer der größten und modernsten in Asien. Den öffentlichen Nahverkehr bewältigt eine 1990 fertiggestellte Stadtschnellbahn (MRT).

Geschichte:

Britische Kolonie:

Bereits im 14. Jahrhundert war Singapur Handelsdrehscheibe zwischen China und Indien. 1819 erwarb die britische Ostindienkompanie hier einen Handelsstützpunkt. Großbritannien fasste 1826 Singapur, Penang und Malakka zu den sogenannten Straits Settlements zusammen, die 1867 Kronkolonie wurden. 1942 eroberten die Japaner die Insel und besetzten sie bis 1945. 1946 wurde Singapur eigenständige Kronkolonie.

Unabhängigkeit und wirtschaftlicher Aufstieg:

Am 31. August 1963 folgte die Unabhängigkeitserklärung und am 16. September 1963 der Zusammenschluss mit Malaya und Britisch-Borneo zur Föderation Malaysia, aus der Singapur aber 1965 wieder austrat. Unter Premierminister Lee Kuan Yew (1959 bis 1990), der im Innern ein autoritäres Regime errichtete, erlebte die junge Republik einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Nachfolger als Regierungschef wurden Goh Chok Tong (1990 bis 2004) und Lee Hsien Loong (seit 2004, alle PAP). Staatspräsident ist seit 1999 der indischstämmige Sellapan Rama Nathan.

 


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