Nordkorea

Wissenswertes über Nordkorea

Natur und Klima:

Nordkorea nimmt den Norden der koreanischen Halbinsel bis zur Demarkationslinie um den 38. Breitengrad ein. Die Grenze gegen China bilden der nach Westen fließende Yalu Jiang, der am 2749 Meter hohen Vulkan Paektusan entspringt, und der nach Osten strömende Tumen. Im Mündungsgebiet des Tumen schließt sich die nur 19 Kilometer lange Grenze zu Russland an. Mehr als drei Viertel der Staatsfläche bestehen aus zerklüfteten und dicht bewaldeten Gebirgsketten und Hochebenen. Im Westen bilden die Schwemmlandebenen an den Unterläufen der großen Flüsse wichtige Siedlungs- und Agrarräume.

Kühlgemäßigtes Monsunklima:

In den trockenen Wintermonaten führen strenge Kälteeinbrüche aus Sibirien zu Temperaturen bis unter minus 20 Grad. Im Gegensatz dazu wird das Sommerhalbjahr durch vorwiegend feuchtheißes Klima bestimmt. Die sommerlichen Monsunniederschläge fallen allerdings sehr unterschiedlich aus und es können lange Dürreperioden auftreten.

Bevölkerung:

Nordkorea ist wie Südkorea einer der wenigen asiatischen Staaten ohne Minderheitenprobleme. Nach dem Koreakrieg waren "Unterbevölkerung" und daraus folgender Arbeitskräftemangel das Hauptproblem. Daher war die Politik auf eine Erhöhung der Geburtenrate ausgerichtet. Heute sind rund 26 Prozent der Einwohner jünger als 15 Jahre.

Staat und Politik:

Nach der mehrfach revidierten Verfassung von 1972 ist Nordkorea eine Volksrepublik. Das höchste Staatsamt bekleidet der Vorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission (Kim Jong Il), seitdem der 1994 verstorbene Präsident Kim Il Sung zum "Ewigen Präsidenten" erklärt wurde. Die Oberste Volksversammlung, in der außer der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) die unbedeutenden Blockparteien Sozialdemokratische Partei und die religiöse Chondo-gyo-Chongu-Partei vertreten sind, übt formal die gesetzgebende Gewalt aus und wählt den Ministerpräsidenten. Der Vorsitzende der Volksversammlung übernimmt die protokollarischen Pflichten eines Staatsoberhauptes. Faktisch bestimmt die Führung der PdAK bzw. der Vorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission die Politik des Landes.

Wirtschaft und Verkehr:

Die staatliche Planwirtschaft Nordkoreas stagniert seit fast vier Jahrzehnten. Wegen der hohen Auslandsverschuldung und mangelnder Kreditwürdigkeit muss Nordkorea Auslandsgeschäfte bar abwickeln.

Die Landwirtschaft wird fast ausschließlich in Kollektiv- oder Staatsbetrieben betrieben. In den Ebenen wird vor allem Reis angebaut, in den trockeneren Hügelländern auch Sojabohnen, Sesam, Tabak und Ginseng. Dürren und Misswirtschaft haben seit den neunziger Jahren immer wieder zu Hungersnöten geführt.

Die reichen Bodenschätze (unter anderem Kohle, Eisen, Gold, Kupfer, Blei) und die vorhandene Wasserkraft machten den Aufbau einer Schwerindustrie möglich. In einigen Sonderwirtschaftszonen nahe der chinesischen und südkoreanischen Grenze werden seit kurzem auch Konsumartikel hergestellt.

Das Verkehrsnetz ist relativ dicht, aber veraltet. Die Eisenbahn übernimmt beim Güter- und Personentransport die dominierende Rolle. Die Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen Nord- und Südkorea wurde wieder aufgebaut, ist aber nicht in Betrieb.

Geschichte:

Die Herrschaft Kim Il Sungs:

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. Mit einer Agrarreform wurden die Bauern enteignet. Es folgte die Verstaatlichung der Industrie, des Bankenwesens und des Verkehrswesens. Auf das sowjetisch-chinesische Zerwürfnis reagierte Kim Il Sung mit einer eigenen Ideologie (Juche), die er 1970 in den Parteistatuten verankern ließ. Diese Ideologie der "Eigenständigkeit" betonte die wirtschaftliche und politische Autonomie des Landes. Der Diktator führte einen nahezu religiösen Kult um seine Person ein, der auch auf seine Familie, besonders auf seinen Sohn Kim Jong Il, und seine Vorfahren ausgedehnt wurde.

Jüngste Entwicklungen:

1994 starb Kim Il Sung. Die allgemein erwartete Machtübernahme (Ernennung zum Generalsekretär) durch Kim Jong Il vollzog das Regime offiziell erst 1997. Die systematische wirtschaftliche Abschottung des Landes von der Außenwelt führte Ende der neunziger Jahre zu einer Hungerkatastrophe. Multilaterale Bemühungen (USA, China, Japan, Russland und Südkorea) zur Beilegung der seit 1993 andauernden Auseinandersetzungen über die nordkoreanische Nuklearpolitik blieben bis 2006 ohne durchschlagenden Erfolg. Erst 2007 konnten erste Fortschritte in der Denuklearisierung Nordkoreas erzielt werden, das im Gegenzug wirtschaftliche Hilfen erhielt.