Malediven

Wissenswertes über die Malediven

Natur und Klima:

Die mehr als 1100, aus Korallenkalk bestehenden Inseln der Malediven liegen in den tropischen Gewässern des Indischen Ozeans auf einem unterseeischen Bergrücken. Sie gruppieren sich zu 20 Atollen und verteilen sich über eine Entfernung von etwa 760 km (Nord-Süd) bzw. 130 km (Ost-West). Die Inseln sind von Riffen umgeben, die das Land vor der Meeresbrandung schützen. Die durchschnittlich nur zwei Meter hohen Eilande sind durch den Meeresspiegelanstieg infolge der anhaltenden Erwärmung der Erde (Treibhauseffekt) stark gefährdet. Die Vegetation auf dem wenig fruchtbaren Korallenboden ist sehr einseitig und besteht vorwiegend aus Kokospalmen. Umso größer ist der Artenreichtum unter Wasser.

Tropisches Seeklima:

Das Klima der Malediven ist, bedingt durch die Lage am Äquator, ganzjährig tropisch warm mit ausgeglichenen Temperaturen von durchschnittlich 28 bis 29 Grad. Die sommerlichen Monsunwinde bringen mit jährlich etwa 1900 mm ergiebige Niederschläge. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist durch die ständig wehende Brise erträglich.

Bevölkerung:

Die Malediver sind ein Mischvolk singhalesischer, arabischer und malaiischer Abstammung und gehören dem Islam sunnitischer Richtung an, der Staatsreligion ist. Nur 200 Inseln sind bewohnt. Rund ein Viertel aller Malediver lebt in der Hauptstadt Male, der einzigen Stadt des Landes. Das starke Bevölkerungswachstum hat auf einigen Inseln zu einer extrem hohen Bevölkerungsdichte mit schlechten hygienischen Bedingungen (Trinkwassermangel) geführt. Die künstlich aufgeschüttete Insel Hulumale soll die Hauptstadt Male entlasten.

Für den expandierenden Tourismus stellt der Staat nur unbewohnte Inseln bereit, um die konservativ und traditionell lebenden islamischen Malediver vor "Überfremdung" zu schützen. In Kontakt mit Einheimischen können Reisende nur bei einem Besuch der Landeshauptstadt Male oder bei organisierten Bootstouren treten.

Staat und Politik:

Die Malediven sind nach der Verfassung von 2008 eine präsidiale Republik. Der für fünf Jahre direkt gewählte Präsident ist Staatsoberhaupt und Regierungschef. Es sind maximal zwei Amtszeiten zulässig. Der Präsident ernennt mit Zustimmung des Parlaments die Mitglieder des Kabinetts. Die Abgeordneten des Einkammerparlaments (Majlis) werden für fünf Jahre gewählt. Wichtige Parteien sind Maldivian Democratic Party, Maldivian Peoples Party, Islamic Democratic und Justice Party.

Wirtschaft und Verkehr:

Seit Beginn der siebziger Jahre hat sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen und hohen Deviseneinnahmen entwickelt. Vor allem Europäer genießen das angenehme tropische Klima, die komfortablen Hotelanlagen und die exquisiten Tauchgründe der Atolle.

Ein traditioneller Erwerbszweig ist der Fischfang, der fast drei Viertel des Exports bestreitet. Wichtigste Anbaupflanze ist die Kokospalme, die zu Kokosfasern, Öl und Kopra verarbeitet wird. Die Industrie beschränkt sich auf den Bootsbau und auf Kleinbetriebe der Fischverarbeitung und Textilerzeugung sowie auf das Kunsthandwerk, das durch den Tourismus einen Aufschwung erlebt hat. Durch vorsichtige Liberalisierungsmaßnahmen versucht die Regierung ausländische Investoren zu gewinnen.

Die meisten Inseln können zu Fuß erkundet werden; Straßen und Autos gibt es nur in Male. Schiffe und Kleinflugzeuge, auch Wasserflugzeuge, verbinden die von Einheimischen bewohnten und die touristisch genutzten Inseln miteinander.

Geschichte:

Frühgeschichte und europäische Interventionen:

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wanderten vermutlich Singhalesen aus Indien und Ceylon ein. Die zuvor buddhistische Bevölkerung wurde im 12. Jahrhundert von Arabern zum Islam bekehrt. 1558 konnten die Portugiesen die Malediven erobern. Sie wurden aber bereits 1573 wieder vertrieben. 1645 erlangten die Niederländer die Oberherrschaft über das Sultanat der Malediven, ohne sich jedoch in die innermaledivische Politik einzumischen. Seit 1796 machte Großbritannien seinen Einfluss auf den Malediven geltend, die 1887 von Ceylon aus verwaltetes britisches Protektorat wurden. Mit der Unabhängigkeit Ceylons 1948 erhielten die Malediven innere Autonomie.

Unabhängigkeit:

Am 26. Juli 1965 entließ Großbritannien die Malediven in die Unabhängigkeit. 1968 entschied sich die Bevölkerung für die republikanische Staatsform; das Sultanat wurde abgeschafft. 1978 wurde Maumoon Abdul Gayoom Präsident. Ein Putschversuch tamilischer Söldner aus Sri Lanka konnte 1988 mit indischer Hilfe niedergeschlagen werden. Der autoritär regierende Gayoom sah sich durch innen- und außenpolitischen Druck 2004 gezwungen, Reformen einzuleiten. 2008 trat eine neue Verfassung in Kraft. Im selben Jahr stellte sich Gayoom erstmals einer demokratischen Präsidentschaftswahl. Dabei unterlag er Mohammed Nasheed , dem Kandidaten der Maldivian Democratic Party.

 


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