Laos

Wissenswertes über Laos

Natur und Klima:

Schroffe, tief zertalte Gebirgsketten prägen den Norden des Landes. Die Bergketten werden von flachwelligen Hochplateaus unterbrochen, unter anderem dem Tran-Ninh-Plateau ("Ebene der Tonkrüge"). Im südlichen Landesteil bildet die Annamitische Kordillere die Grenze zu Vietnam. Sie dacht sich in mehreren Stufen zum Mekong ab. Ganz im Süden überragt das Boloven-Plateau die umliegenden Landschaften. Bedeutendster Fluss ist der Mekong. Die schmalen Tiefländer an seinem nördlichen Ufer und entlang der Grenze zu Thailand sind dicht besiedelt und werden intensiv genutzt.

Bis zu 60 Prozent des Landes werden von tropischen Regenwäldern und lichten Monsunwäldern bedeckt. Durch Holzeinschlag, Staudammprojekte und die illegale Opiumproduktion sind die Wälder stark bedroht.

Tropisches Monsunklima:

Laos liegt im Bereich des tropisch-heißen Monsunklimas, das durch die Höhenlage differenziert wird. Die durch schwüle Hitze gekennzeichnete Regenzeit dauert gewöhnlich von Mai bis Oktober und bringt über 80 Prozent der jährlichen Niederschläge, in Tieflagen 1200 bis 1800 mm, an den Luvseiten der Gebirge bis 4000 mm.

Bevölkerung:

In Laos leben rund 70 Ethnien, die bis auf die vorwiegend in den Städten lebenden Chinesen und Vietnamesen alle als Lao bezeichnet werden. Offiziell teilt der Staat die Volksgruppen in Lao-Loum (Flusstal-Lao), Lao-Thai (Stammesthai), Lao-Thoeung (Berg-Lao, mit Mon-Khmer-Sprachen) und Lao-Soung (Gebirgs-Lao, mit sinotibetischen Sprachen) ein. Im Norden sind traditionelle Religionen verbreitet, die Bewohner des Südens sind hauptsächlich Buddhisten. Das Bildungswesen hat durch die Kriegswirren großen Schaden genommen. Trotz einer achtjährigen Schulpflicht beträgt die Analphabetenquote 34 Prozent; auf dem Land dürfte sie noch weit höher liegen.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1991 (2003 revidiert) ist Laos eine sozialistische Volksrepublik mit einem Einparteiensystem. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament, der Nationalversammlung mit 115 Abgeordneten, gewählte Präsident, der auch die Regierung unter Vorsitz des Ministerpräsidenten ernennt. Führende politische Kraft ist die Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP), an deren Spitze das Politbüro mit dem Parteipräsidenten steht. Außer der LRVP sind keine weiteren Parteien zugelassen.

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz reicher natürlicher Ressourcen ist Laos wirtschaftlich wenig entwickelt. Seit 1975 wurden Teilbereiche der Wirtschaft verstaatlicht, doch bemühen sich die Regierungen seit Mitte der achtziger Jahre um eine zunehmende Privatisierung und Anwerbung ausländischer Investoren.

Obwohl nur ein kleiner Teil des Landes landwirtschaftlich nutzbar ist, bildet der Agrarbereich den wichtigsten Wirtschaftszweig. Hauptanbauprodukt ist Reis. Der Holzeinschlag wird staatlich kontrolliert, doch werden viele Edelhölzer, darunter Teak, illegal geschlagen. Die Bodenschätze (unter anderem Gold, Zinn, Kupfer und Erdöl) werden kaum genutzt. Wachsende Bedeutung kommt der Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken zu. Stromexporte machen mehr als ein Viertel des laotischen Außenhandelsvolumens aus. Die Industrie ist noch wenig entwickelt. Eine der Ursachen hierfür ist die unzureichend ausgebaute Infrastruktur.

Der Mekong ist die wichtigste Verkehrsader, allerdings verhindern Stromschnellen eine durchgehende Schifffahrt. Eisenbahnen fehlen ganz. Von den 33.000 Kilometer Straßen sind weniger als die Hälfte befestigt. Wachsende Bedeutung hat der inländische Luftverkehr.

Geschichte:

Erste Reichsgründung und Fremdherrschaft:

Das aus Südchina eingewanderte Volk der Lao begründete 1353 das Königreich Lan Chang, das 1707 in drei rivalisierende Staaten zerfiel, die im 19. Jahrhundert unter den Einfluss Siams (Thailand) gerieten. 1893 wurde Laos französisches Protektorat, das 1941 von Japan besetzt wurde und sich 1945 für unabhängig erklärte. 1946 erfolgte die französische Rückeroberung. In der Genfer Indochina-Konferenz 1954 musste Frankreich die Unabhängigkeit schließlich anerkennen.

Bürgerkrieg und Volksrepublik:

Nach der Unabhängigkeit entwickelte sich ein Machtkampf zwischen einer neutralistischen Gruppierung um Souvanna Phouma , der kommunistischen Pathet-Lao-Bewegung sowie von den USA gestützten rechtsgerichteten Kräften. Er eskalierte 1958 zum Bürgerkrieg, den sowohl die USA als auch die UdSSR zu ihren Gunsten zu beeinflussen suchten. Die Genfer Laos-Konferenz 1961 brachte keine dauerhafte Konfliktlösung. Laos wurde in der Folgezeit in den Vietnam-Krieg hineingezogen. 1975 konnte schließlich der Pathet Lao seine Herrschaft durchsetzen und eine sozialistische Volksrepublik errichten. Kaysone Phomvihane bestimmte zunächst den politischen Kurs des Landes. Nach seinem Tod 1992 übernahm Khamtay Siphandone die politische Führung.

Im Zuge einer vorsichtigen wirtschaftlichen Liberalisierung wurde Laos 1997 auch Asean-Mitglied. 2006 gab Khamtay Siphandone die Führung der LRVP und das Amt des Staatspräsidenten an Choummaly Sayasone ab.

 


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