Kuwait

Wissenswertes über Kuwait

Natur und Klima:

Das kleine Land besteht fast vollständig aus eintönigen Sand- und Kieswüsten, in denen wenige Oasen liegen. Die Schwemmlandebenen und -inseln im Nordosten an der Grenze zum Irak gehören zum Shatt Al Arab, dem Mündungsbereich von Euphrat und Tigris. Hinter einem flachen Küstenstreifen um die Bucht von Kuwait verläuft eine Steilstufe, an die sich von Hügelketten unterbrochene Wüstenflächen anschließen. Weiter im Westen erhebt sich ein maximal 290 Meter hohes Sandsteinplateau. Zehn Prozent der Landesfläche sind Wüstensteppen, die Beduinen als karge Weiden nutzen. Da es keine Flüsse und Seen gibt, muss Trinkwasser aus Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen werden.

An der Küste herrscht ein vor allem im Sommer unangenehmes schwülheißes Klima, im Landesinneren ein trockenheißes Wüstenklima. Temperaturen von 50 Grad sind in den Sommermonaten keine Seltenheit, im Winter werden nachts aber auch Minusgrade erreicht. Die spärlichen Niederschläge, etwas mehr als 100 mm im Jahr, fallen in den Wintermonaten.

Bevölkerung:

Die Einwohnerzahl ist nach Entdeckung der Erdöllager sprunghaft gestiegen, in erster Linie durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Nur gut 40 Prozent der Einwohner sind Kuwaiter, Angehörige der vor 1920 in Kuwait ansässigen arabischen Familien. Die nicht sesshaften Beduinen sind keine Staatsbürger, genießen aber außer dem Wahlrecht alle Privilegien des Staates. Die meisten Ausländer stammen aus arabischen Staaten.

Die überwiegend islamische (sunnitische) Bevölkerung konzentriert sich in der Hauptstadtagglomeration und den Erdölzentren. Der Anteil der städtischen Bevölkerung liegt bei 96 Prozent.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1962 ist das Emirat Kuwait eine konstitutionelle Erbmonarchie. Staatsoberhaupt ist der aus der herrschenden Dynastie stammende Emir. Er ernennt den Premierminister und auf dessen Vorschlag die Mitglieder des Kabinetts. Die 50 Abgeordneten der Nationalversammlung werden für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt. Die Mitglieder des Kabinetts gehören kraft Amtes ebenfalls dem Parlament an. Parteien im eigentlichen Sinn sind nicht zugelassen.

Wirtschaft und Verkehr:

Da nur ein Prozent der Landesfläche agrarisch nutzbar ist, beschränkt sich die Landwirtschaft auf den Anbau von Gemüse und Obst in der Umgebung der Hauptstadt und in einigen Oasen. Von gewisser Bedeutung ist die Fischerei (hauptsächlich Krustentiere), während die traditionelle Perlenfischerei heute bedeutungslos ist.

Eine überragende Rolle spielt die staatliche Erdölwirtschaft - Kuwait verfügt über zehn Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven der Welt, nach heutiger Schätzung 1203 Milliarden Quadratmeter. Die Industrie umfasst Ölraffinerien, Erdgasverflüssigungsanlagen, petrochemische Werke, Meerwasserentsalzungsanlagen, Kraftwerke, Baustoffindustrie, Düngemittelfabriken und Konsumgüterindustrie.

Ein Großteil der aus den Erdölverkäufen erwirtschafteten Gewinne fließt in den Ausbau des Bankenwesens und in ausländische Unternehmensbeteiligungen, um den hohen Lebensstandard auch nach dem Versiegen der Erdölquellen halten zu können. Auf der Insel Failaka mit Stränden und Ausgrabungen aus vorgeschichtlicher und hellenistischer Zeit entsteht ein moderner Ferienort.

Kuwait verfügt über ein gut ausgebautes, meist mehrspuriges Straßennetz und sechs moderne Häfen mit Terminals für Großtanker. Auf der strategisch wichtigen Insel Bubiyan, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, entsteht ein weiterer Hafen.

Geschichte:

Land der Beduinen:

Portugiesen errichteten im 15. Jahrhundert einen befestigten Küstenstützpunkt, der aber bald wieder aufgegeben wurde. Anfang des 18. Jahrhunderts wanderten Beduinen aus dem Westen der Arabischen Halbinsel ein. Innerhalb weniger Jahre wurde die von ihnen gegründete Siedlung Kuwait zu einem wichtigen Handelsplatz mit Bootsbau und Perlenfischerei. Beherrscht wurde Kuwait seit 1756 von der heute noch regierenden Sabah-Familie. Seit 1829 unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches, konnte sich die Dynastie eine gewisse Autonomie bewahren. 1899 schloss Kuwait mit Großbritannien einen Protektoratsvertrag.

Unabhängiges Emirat:

Nach Auflösung des Protektoratsvertrages erlangte Kuwait 1961 die Souveränität. Seit der Unabhängigkeit bestanden Spannungen mit Irak, der die Souveränität des Emirats erst 1963 anerkannte.

1990 annektierte Irak Kuwait, das 1991 im Golfkrieg befreit wurde. Im Irak-Krieg 2003 diente Kuwait den alliierten Truppen als Aufmarschgebiet. 2006 wurde Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah neues Staatsoberhaupt des Landes. Er bemühte sich um vorsichtige innere Reformen. Bei den vergangenen Wahlen 2009 wurden erstmals Frauen ins Parlament gewählt.


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