Brunei

Wissenswertes über Brunei

Natur und Klima:

Brunei liegt im Nordwesten der Insel Borneo und grenzt an das Südchinesische Meer. Das noch zu großen Teilen von tropischem Regenwald bedeckte Staatsgebiet ist durch Malaysia in zwei Teile getrennt. Mit Ausnahme der Flusstäler und den überwiegend sumpfigen Küstenebenen ist die Landschaft hügelig (100 bis 300 Meter). Der östliche Landesteil erreicht im südlichen Bergland der Crocker Range mit dem Bukit Pagon (1850 Meter) seine höchste Erhebung.

Das Klima ist tropisch-heiß mit ganzjährig hohen Temperaturen (24 bis 30 Grad) und ergiebigen Niederschlägen (bis 5000 mm im Landesinneren).

Bevölkerung:

Fast jeder fünfte Einwohner lebt als Gastarbeiter in Brunei. Die einheimische Bevölkerung, überwiegend Malaien und Chinesen, profitiert von den umfangreichen Sozialleistungen und einer weitgehenden Steuerfreiheit. Die Mehrheit lebt in den urbanen Zentren im Küstengebiet, das wenig erschlossene Hinterland ist nahezu unbewohnt.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1959, die durch die Verhängung des Ausnahmezustandes 1962 in Teilen suspendiert ist, ist Brunei ein islamisches Sultanat. Der Sultan hat in seiner Doppelfunktion als Staats- und Regierungschef umfassende Machtbefugnisse. Legislativorgan ist der gesetzgebende Rat. Parteien haben keinen politischen Einfluss.

Wirtschaft und Verkehr:

Der Reichtum des Landes basiert auf den Eröl- und Erdgasvorkommen sowie den Gewinnen aus den umfangreichen Auslandsinvestitionen. Brunei besitzt hohe Devisenreserven und hat keine Auslandsschulden. Um die Wirtschaft auf eine breitere Basis zu stellen, soll der Agrarsektor, der ebenso wie die Fischerei und Forstwirtschaft bislang vernachlässigt wurde, ausgebaut werden. Entlang der Küste weist Brunei eine gut entwickelte Infrastruktur und eine hohe Verkehrsdichte auf.

Geschichte:

Schon im 9. Jahrhundert gab es auf Borneo ein hinduistisches Reich Brunei. Mit der Ausbreitung des Islams entstand 1410 das unabhängige Sultanat Brunei, das bald fast ganz Borneo sowie die Suluinseln und Palawan beherrschte. Als seit dem 16. Jahrhundert der Norden des Reichs unter spanische Oberherrschaft geriet und 1645 die Hauptstadt zerstört wurde, verlor Brunei als Machtfaktor immer mehr an Bedeutung.

1888 wurde es britisches Protektorat, das japanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg besetzt hielten. Die britische Armee schlug 1962 einen Aufstand der oppositionellen Volkspartei nieder. Die Unruhen führten zur Verhängung des Ausnahmezustandes. 1967 wurde Hassanal Bolkiah 29. Sultan von Brunei. Ihm gewährten die Briten 1971 die volle innere Autonomie und 1984 die Unabhängigkeit. Mit einer Verfassungsreform 2004 wurde die Stellung des Sultans weiter gestärkt, allerdings setzte er auch den 1984 suspendierten Gesetzgebenden Rat wieder ein, für den er beschränkte Wahlmöglichkeiten zuließ.

 


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