Weltreise planen 8 Tipps für die Rucksackreise

Das Backpacken durch fremde Länder ist ein großes Abenteuer — und beliebter denn je. MERIAN.de verrät acht Tipps, damit bei der Rucksackreise nichts schief geht - vom richtigen Packen über Werkzeuge für Notfälle und dem Organisieren von Reisedokumenten.

1. Der richtige Rucksack
Nicht zu groß und nicht zu klein sollte er sein. Auf keinen Fall mehr als 60 Liter Volumen. Denn sonst neigt man beim Packen dazu, zu viel beziehungsweise unnötige Kleidung einzupacken. Eine gute Beratung ist ebenso wichtig wie mehrmaliges Probetragen, denn: Mit einem guten Rucksack steht und fällt so gut wie jede Reise. Passt der Rucksack so gut wie Aschenputtels Glaspantoffel: Glückwunsch. Der erste Schritt in Richtung Abenteuer ist getan.

Zusätzlich sollte man noch eine kleine bis mittelgroße Tasche oder einen kleinen Rucksack einplanen, einerseits als Handgepäck in Bus, Bahn und Flugzeug — andererseits als Aufbewahrungsmöglichkeit für Tagesausflüge und Kurztrips.

2. Der Platzfaktor

Fast genau so wichtig wie die Wahl des Reiserucksacks ist die Auswahl des richtigen Inhalts – sprich: Was packt man eigentlich hinein? Prinzipiell gilt — auch bei mehrmonatigen Aufenthalten — eine einfache Regel: Lieber zu wenig als zu viel mitnehmen. Eine Garderobe für maximal eine Woche reicht meist aus. Praktikabilität vor Stil, heißt die Devise. Notfalls lässt sich fast so gut wie alles vor Ort nachkaufen. Selbst bei spontanen Himalaya-Besteigungen kauft man sich auf dem örtlichen Markt einfach einen Pullover aus Lammwolle und ist bestens ausgerüstet.

Im Zweifelsfall lässt man sich sowieso vom Lauchgemüse inspirieren und nutzt das Zwiebelschalenprinzip: Wird es kälter, einfach zwei oder mehr dünne Kleidungsstücke tragen, statt sein Gepäck mit einem dicken Pullover zu belasten. Wenn mit schlechtem Wetter zu rechnen ist, können natürlich auch Regenjacke, Mütze und Halstuch oder Schal nicht schaden.

3. Packen mit System

Den Rucksack richtig und platzsparend zu packen braucht beim ersten Mal etwas Übung; hilfreich dabei sind Packelemente.Das heißt praktische Helfer wie Wäschenetze, Kompressionsbeutel und kleine Stofftaschen, um das Chaos im Rucksack so klein wie möglich zu halten. So behält man den Überblick und findet alles schnell wieder.

Beim Einpacken sollte man auch auf die richtige Verteilung achten. Schwere Gegenstände gehören in die Nähe des Rückens — die Leichten verstaut man in den Außenbereichen sowie oben und unten. Dabei sollte der Rucksackschwerpunkt stets nahe am Körper, idealerweise in der oberen Hälfte des Rückens, liegen. Das schont die Schulter- und Rückenmuskulatur auch bei längerem Tragen.

4. Wohlfühlen in der Ferne

In manch einem Hostel oder auch Hotel in der Ferne gilt nicht unbedingt der gleiche Hygienestandard, den man von daheim gewöhnt ist. Unverzichtbar für ekelfreie Nächte daher: ein kokonähnliches Schlafsack-Inlett aus Baumwolle, Mikrofaser oder bestenfalls Seide. Netter Nebeneffekt: So lässt sich die Gefahr von Ungezieferbissen durch Bettwanzen oder Flöhe auf ein Minimum reduzieren. Wer mal ein extrem juckendes "Bettwanzenproblem" hatte, wird da nur zustimmen können. Normale Schlafsäcke sind meist zu sperrig und sind zum Beispiel in Australien in vielen Hostels aufgrund von eben jener potentiellen Verschleppung von Insekten gänzlich verboten.

Für nächtliche Wanderungen, Höhlen- und Klettertouren oder die Suche nach der Außentoilette im Dunkeln empfiehlt sich eine Taschenlampe oder noch besser eine Stirnlampe, da man im Notfall eher beide statt nur einer Hand frei haben sollte.

Es ist zu laut und chaotisch am Flughafen oder im Mehrbettzimmer? Eine eigene, kleine Ruhezone zaubert man sich da ganz einfach mit Ohrstöpseln, einer bequemen Schlafbrille und einem optionalen Nackenkissen. Darüber hinaus kann auch ein kleines Vorhängeschloss mit Zahlenkombination oder Schlüssel nicht schaden, um seine sieben Sachen in zwielichtigeren Hostels und Gasthäusern vor neugierigen Blicken zu schützen.

5. Werkzeuge für Notfälle

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Nützlicher Rucksackinhalt: ein Taschenmesser
Früher oder später passiert es: Etwas geht kaputt, muss repariert, geflickt oder genäht werden. Wer unterwegs ist und nicht ständig neu kaufen möchte oder kann, dem sei zu ein paar einfachen Werkzeugen geraten. Allem voran natürlich ein Taschenmesser mit allen wichtigen Funktionen (auch Flaschenöffner, Säge und Schraubendreher) — unerlässlich etwa zum Ausnehmen eines Fisches bis hin zum improvisierten Zeltbau.

Auch eine Rolle Gaffa-Tape (oder Panzerband) schadet nicht, zum Beispiel um ein Loch im  Rucksack zu flicken. Eine Rolle reißfester Nylonfaden kann multifunktional wunschweise als Wäscheleine oder Angelsehne dienen. Nähzeug kann ebenfalls nützlich sein.

6. Eine Frage der Technik

Elektronische Geräte lassen sich aus unserem Alltag nicht mehr wegdenken, gleiches gilt beim Reisen. Und so schön es auch sein mag, nicht ständig in der digitalen Welt unterwegs zu sein, so haben die kleinen Gadgets doch die eine oder andere nützliche Funktion für den Reisenden und digitalen Nomaden von heute zu bieten.  Apps (sowohl für Android als auch für iOS) für Reisende gibt es wie Sand am Meer — zum Beispiel das Kartentool "MapsWithMe", das im Gegensatz zum Klassiker, GoogleMaps, auch offline funktioniert oder der praktische Reiseführer "TripAdvisor".

Ob man Notebook oder Tablet auf Reisen tatsächlich dabei haben möchte, ist letzten Endes Geschmackssache. Großer Vorteil des digitalen Begleiters: Gedruckte und schwere Reiseführer kann man daheim lassen, Fotos können direkt sortiert werden und nicht zuletzt für Unterhaltung ist — dank E-Books, Musik und Filmen — ebenfalls gesorgt.

Um seine technischen Geräte auch überall aufladen zu können, sollte ein  — falls nötig — passender Steckdosenadapter zur Grundausstattung gehören. Hilfreich ist  auch eine Steckdosenleiste, um mehrere Geräte gleichzeitig aufladen zu können. Das gilt insbesondere für Länder, wie zum Beispiel Laos oder Kolumbien, in denen der Strom über Nacht auch mal ausgestellt wird.

7. Gesundheit & Sicherheit

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Unabdingbar vor einem Besuch in fernen Ländern ist ein Termin beim Tropenarzt. Ebenso ein Muss: eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport. Damit Blutsauger und durch Insekten verursachte Tropenkrankheiten (Malaria, JapanischeEnzephalitis, Leishmaniose, Dengue- und Gelbfieber usw.) keine Chance haben, gehört ein wirksames Insektenabwehrmittel ebenso zur Grundausstattung wie ein Moskitonetz. In vielen Hostels in tropischen Ländern, selbst in ganz preiswerten, zwar in aller Regel Standard,  beim Trekking, Campen oder beim Übernachten in der Hängematte jedoch unerlässlich.

8. Dokumente und Organisation

Ein Check der Einreisebestimmungen aller Länder und aktueller Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt, die man besuchen möchte, ist Grundvoraussetzung. Unter Umständen muss man ein Einreisevisum bereits im Vorfeld beantragen. Da die meisten Visa zeitlich begrenzt sind, kann ein gewisses Vorausplanen der Reiseroute ebenfalls nicht schaden.

Wichtige Dokumente und Telefonnummern — wie Sperrdaten für Kreditkarten, Versicherungspapiere, Reisepass und Kontodaten — sollte man in Kopie dabei haben, aber auch vorsichtshalber bei einem Internet-Dienstleister (z.B. Dropbox) online abspeichern, um im Notfall von überall darauf zugreifen zu können.

In vielen Ländern kann man mittlerweile selbst in kleinen Orten Geld am Automaten mit der Kreditkarte abheben. Dennoch sind ein paar Euros und/oder Dollar als Bargeld für die ersten Stunden nach der Ankunft sinnvoll, etwa für die erste Taxifahrt vom Flughafen zur Unterkunft. Prinzipiell ist auch das Mitbringen einer zweiten Kreditkarte nicht verkehrt — für den Fall, dass die erste Karte gestohlen wird oder verloren geht.

Autor

Christoph Pöthke