Schwarzwald Wellness in Bad Wildbad

Bei amerikanischen Touristen ist der Ort wegen seines Namens bekannt: "bad, wild, bad", also "schlecht, wild, schlecht". Das klingt vielversprechend. Dabei ist Bad Wildbad einer der bezauberndsten Kurorte Deutschlands. Ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt das 10 000-Einwohner-Städtchen zwar, aber gerade deswegen ist es so attraktiv.

 

Schon die Anfahrt mit der S-Bahn durch das enge Enztal wirkt wie eine Zeitreise. Der Kurplatz mit dem Badhotel und dem Hotel "Rossini", das Haus des Gastes, das Königliche Kurtheater im wunderschönen Kurpark, das alles verbreitet das nostalgische Flair des 19. Jahrhunderts, als die russische Zarenmutter hier kurte, der württembergische König und der Hochadel. Aber auch der italienische Komponist Gioacchino Rossini linderte in Wildbad seine Leiden, selbst der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen ließ sich hier treiben. Am allerbesten spürt man dieser Zeit im perfekt restaurierten Palais Thermal nach. Das maurische Interieur erinnert an die Orientbegeisterung der Kaiserzeit. Ein unvergessliches Erlebnis. Wer's moderner mag, badet in der Vital-Therme am Hang gegenüber.

Die Mineral-Therme im Heilbad Bad Teinach gehört zu den kleineren Anlagen in Schwarzwald. Kein Spaßbad, sondern gezielt dem gesundheitsfördernden Baden gewidmet. Die 1000 Meter tiefen Quellen fördern ein Wasser, das in der mineralischen Zusammensetzung so vor- züglich ist, dass es sogar abgefüllt wird: Teinacher Mineralwasser ist in Handel und Gastronomie in Süddeutschland weit verbreitet.

In Badenweiler entstand die Cassiopeia-Therme in dem wunderschönen Marmorbad von 1875. Es war gedacht für 50 Personen "von Reichtum und Distinktion". Heute bietet die Therme mehrere Bäder und ein Außenschwimmbecken. Außerdem sehenswert sind der Kurpark mit seinen südländischen Pflanzen und die überdachten römischen Badruinen, die im Gegensatz zu denen in Baden-Baden täglich mehrere Stunden geöffnet sind.

Wie Badenweiler entstand Baden-Baden aus einem römischen Bad und der umgebenden Siedlung. Besonders schön ist das Friedrichsbad, das im Zustand von 1877 erhalten ist. Die Caracalla-Therme entstand in den 1980er Jahren neben dem abgerissenen historischen Augustabad. Mit ihrer Größe und Ausstattung setzt die Anlage heute noch Maßstäbe, auch wenn sie nicht den Charme des Palais Thermal oder des Friedrichsbades hat.

Eine Besonderheit ist auch das Radon Revitalbad in St.Blasien. Im Ortsteil Menzenschwand wurde bis in die achtziger Jahre Uranerz abgebaut. In der stillgelegten Mine wird jetzt das radonhaltige Wasser genutzt. Das radioaktive Radon gilt als ausgesprochen wirksames natürliches Heilmittel. Das Thermalbad wurde zum Teil auch mit Mitteln der Bürger von St. Blasien gebaut und ist architektonisch besonders modern und gelungen.