We met on a plane Über den Wolken in den siebten Himmel

Will Scully-Power mit seiner Frau Maia.

Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Landung. Fünf Stunden saßen sie nebeneinander. Sie haben gelacht, sich gut unterhalten, jeweils die halbe Lebensgeschichte des anderen erfahren. Man mochte sich und eigentlich hatten beide Lust auf ein Wiedersehen. Doch keiner wagte den ersten Schritt und fragte nach der Telefonnummer des anderen - noch nicht einmal Namen hatten sie ausgetauscht. Schließlich verloren sie sich an der Gepäckausgabe aus den Augen.

Hunderte solcher Begegnungen gibt es täglich in Flugzeugen. Manche liegen bereits Jahre zurück, bleiben aber für den einen oder anderen doch unvergessen. Für alldiejenigen, die ihre Chance verpasst, aber die Hoffnung auf ein "Happy end dieser Geschichte" nicht aufgegeben haben, gibt es die Möglichkeit, auf der Internetplattform wemetonaplane.com mit etwas Glück ihre Bekanntschaft ausfindig zu machen.

Will Scully-Power hat die Seite ins Leben gerufen. Der 31-Jährige weiß, wovon er spricht, denn auch er hat seine Frau Maia auf einem Flug kennenglernt. Er sprach sie damals an, zum Abschied tauschten sie E-Mail-Adressen aus. Doch was ist mit all den anderen, die den Mut nicht aufbringen oder einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst haben? Das fragte sich auch der Australier und stellte fest, dass mehrere Tausend Menschen im Monat im Internet mit dem Begriff ‚met on a plane’ (trafen uns auf einem Flug) auf die Suche gehen. "Ich war also mit meinen Gedanken nicht alleine. Da kam mir die Idee, eine entsprechende Plattform anzubieten."

Auch Norman Kösel hat Erfahrung mit Begegnungen im Flugzeug. Fast hätte er selbst solch eine Kontaktbörse vor ein paar Jahren gut gebrauchen können. "Ich finde eine Plattform wie 'we met on a plane' gut. Dann besteht wenigstens eine Wahrscheinlichkeit - ist sie auch noch so klein -, die Person ausfindig zu machen und den Kontakt herzustellen." Auf einem Flug von Mailand nach Rom saß er neben einer hübschen Braunhaarigen. Sie kamen ins Gespräch, fanden sich sympathisch. Doch keiner machte den entscheidenden Schritt. Sie war es schließlich, die nach seiner Adresse fragte. Dabei spielte vor allem Glück - vielleicht aber auch Schicksal - eine große Rolle, denn die beiden hatten sich im Terminal schon aus den Augen verloren. Seit acht Jahren sind sie nun verheiratet.

Formular ausfüllen, abwarten und hoffen

Und so einfach geht es: Wer auf wemetonaplane.com aktiv werden möchte, füllt ein Formular mit Flugnummer, Abflughafen und Ziel aus und schreibt ein paar Worte zu der Begegnung. Dann heißt es abwarten und hoffen, dass sich der oder die Gesuchte meldet. So wie ein Passagier, der an Bord eines Fluges von Frankfurt nach Leipzig war: "Guten Morgen, schöne Unbekannte von Platz 9F. Wenn ich Ihnen mal wieder den Vortritt lassen darf, dann melden Sie sich doch einfach mal."

Eine zweite Chance bekommen auch alle, die in Berlin mit Bus, S- oder U-Bahn unterwegs sind, und ihren magischen Moment mit einer anderen Person einfach haben verstreichen lassen. Auf der Internetseite der Berliner Verkehrsbetriebe unter "Meine Augenblicke" können Fahrgäste auf Fortsetzung  hoffen. So auch "Sanssoucci", der auf ein Wiedersehen mit seiner "hungrigen Gärtnerin" hofft: "Habe dir einen guten Appetit gewünscht. Dann sind wir ins Plaudern gekommen. Wir haben uns zum Abschied die Hand gegeben. Ich würde dich gerne wiedersehen."