Fotografie Tipps für das perfekte Foto: Spiegelung

Ein wunderbarer Effekt lässt sich bei Landschafts-, Sport- oder Architekturfotografie nutzen: eine Spiegelung im Wasser. Unser Beispielbild Nr. 1 wurde in der Schweiz aufgenommen und zeigt ein doppeltes Matterhorn, gespiegelt im Riffelsee. 

Wie entsteht eine solche Aufnahme? Hier hat sich Udo Bernhart für das warme Morgenlicht entschieden und den Zeitpunkt abgewartet, an dem der Berg schon beleuchtet ist, die Umgebung aber noch im Schatten liegt. So wird der markante Gipfel mitsamt seinem Double im Wasser hervorgehoben, die niedrigeren und näheren Anhöhen verschwinden aber größtenteils in der Dunkelheit.

Der Fotograf hat ein Weitwinkelobjektiv verwendet und die Kamera dicht über dem Wasser platziert. Um eine möglichst große Schärfe zu erzielen, wurde eine hohe Blendenzahl gewählt (Blende 8). Damit es keinen zu großen Kontrast zwischen dem vergleichsweise hellen Himmel und den dunkleren Bereichen der Szene gibt, hat er einen Grauverlaufsfilter vor die Linse gesetzt und den Himmel damit abgedunkelt. Außerdem hat er das Bild mit ca. zwei Blenden unterbelichtet. Der Effekt ist, dass man die Details des Berges gut erkennen kann, der Himmel auf dem Foto aber trotzdem noch blau und erscheint.

Wichtig für Spiegelungen im Wasser ist natürlich, dass die Wasserfläche möglichst ruhig ist. Sehr schöne Aufnahmen entstehen in der Blauen Stunde, wenn das Licht sanft ist und die Kontraste nicht zu groß sind. Dasselbe gilt übrigens für die Morgenstimmung.

Zur Person:
Udo Bernhart arbeitet seit mehr als 35 Jahren als freier Fotograf und Fotojournalist. Im Vinschgau aufgewachsen und der Südtiroler Landschaft eng verbunden, führten ihn Aufträge in die ganze Welt – von Feuerland bis China, von Alaska bis Kamtschatka.

Seine Aufnahmen sind in deutschen sowie internationalen Magazinen erschienen; er hat zahlreiche Fotoreportagen und mehr als 60 Bildbände veröffentlicht. Udo Bernhart lebt in Frankfurt am Main. Mehr unter www.udobernhart.de.