Ostsee Mecklenburg-Vorpommern: Nachhaltiger Ausflug

BioErleben an der Osteeküste Mecklenburg-Vorpommern hat sich seit der Wiedervereinigung als grünes Reiseziel profiliert. Eine hervorragende Grundlage war die Ausweisung der beiden Nationalparks in der Küstenregion im Jahr 1990. Vom Zwangskollektiv erlöste Landwirte setzten auf der Suche nach neuen Märkten von Anfang an auf Öko-Produkte, Naturschutzorganisationen boten Rat und Tat an.

So zeichnet der NABU Mecklenburg-Vorpommern Hotels, Pensionen und Restaurants aus, die das Brüten der Schwalben in ihren Gemäuern unterstützen. Ein besonderer Clou war 2007 die Erfindung der "Waldaktie", ein gemeinsames Projekt des Tourismusverbandes, des Landwirtschaftsministeriums und der Landesforstanstalt: Urlauber können für zehn Euro eine Waldaktie kaufen, für die auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Bäume gepflanzt werden.

Damit gleicht eine vierköpfige Familie die Emission von 850 kg CO2 aus, die sie bei einer 500 km langen An- und Abreise per Pkw verursacht hat. Mit dem Erlös aus den Waldaktien wird die Schaffung von fünf Klimawäldern im Lande finanziert, so bei Glowe/Rügen, Koserow/Usedom und Velgast/Zingst.

Übernachten

artepuri hotel meerSinn

Lifestyle und Genuss gehen in dem 2004 eröffneten Design-Hotel eine intensive Verbindung mit Wohlbefinden und Gesundheit ein. Das einzige Hotel auf Rügen, das die strengen Qualitätskriterien der Bio-Hotels erfüllt, verwendet ausschließlich hochwertige Bio-Produkte. Das Rauchen ist in allen Hotelbereichen verpönt. Naturheilkunde und universitäre Medizin verbinden sich im Gesundheitszentrum, das von einem österreichischen Arzt geleitet wird, mit dem Ziel, Medical Wellness in entspannter Urlaubsatmosphäre zu schaffen. Das Hotelrestaurant unter der Leitung von Torsten Gierske steht unter dem Motto "Durch die Küche statt durch die Apotheke zu besserer Gesundheit".

• Binz, Schillerstr. 8 • Tel. 03 83 93/66 30 • 61 Zimmer und Suiten • F• €€€€

Walfischhaus

Dass Bio-Urlaub nicht sehr teuer sein muss, beweist die als Bio-Hotel offiziell anerkannte und mit der blauen Schwalbe von "Verträglich reisen" ausgezeichnete Nichtraucher-Pension direkt am Boddenhafen von Born auf dem Darß. Das junge Inhaberpaar Anett und Heiko Fulfs bezieht den Öko-Strom von "Lichtblick", setzt für die Reinigung nur Produkte von "Ecover" ein und verwendet in der Küche des angeschlossenen Cafés und Restaurants ausschließlich Öko-Produkte aus der Region, vor allem von Rügen. In den in lichten Farben gehaltenen, ganz individuell eingerichteten Zimmern versprüht das Textildesign der Schwedin Gudrun Sjöden viel Frohsinn. Gästekinder finden in den Kindern der Gastgeber vielleicht Spielkameraden, für Aktive vermittelt die Pension Rad-, Wander- und Kajaktouren.

• Born a. Darß, Chausseestr. 74 • Tel. 03 82 34/557 84 • 8 Zimmer • €€€

Essen und Trinken

Restaurant Clipper

Das Restaurant im Hotel "Großherzog von Mecklenburg" arbeitet mit Rohstoffen aus der heimischen und ökologischen Landwirtschaft, wo immer sie verfügbar sind. Auf der Speisekarte sind sie alle gekennzeichnet: Bio-Pumpernickel und Bio-Röstkartoffeln, Bio-Olivenöl und Bio-Tomaten beispielsweise. Auf der Aufschnittplatte aus der Kalten Küche liegen nur Bio-Spezialitäten, selbst der Lachs ist gesund aufgewachsen. Natürlich sind auf der Weinkarte, die strikt auf Weine aus deutschen Weinregionen beschränkt ist, auch gute Tropfen aus ökologisch angebauten Trauben zu finden.

• Boltenhagen, Ostseeallee 1 • Tel. 03 88 25/5 00 • tgl. 12-21.30 Uhr • €€€€

Einkaufen

LandWert Hof Stahlbrode

Als Mitbegründer einer neuen Agrarkultur sehen sich die vielen Mitarbeiter des ehemaligen Gutes, zu denen Landwirte und Köche, Metzger und Kaufleute gleichermaßen gehören. Rinder und Schweine werden hier artgerecht auf Freiland gehalten. Im hofeigenen Schlachthaus ist der den Tieren vertraute Bauer auf ihrem letzten Gang dabei, um möglichst viel Stress von ihnen fernzuhalten. Das Fleisch wird noch warm binnen sechs Stunden zu Wurst verarbeitet, der Schinken bis zu neun Monate lang in der Salzluft und in Erdkellern getrocknet. Auf den Feldern wachsen Gemüse, Salate, Kräuter und Braugerste, in der Feinkostmanufaktur werden Chutneys und Pesto, Kräutermischungen, Marmeladen und Kräutersalze produziert. Alles hier ist transparent, von der Metzgerei bis hin zur Kaffeerösterei, in der ausschließlich fair gehandelte Kaffeebohnen geröstet werden, darunter auch der Kontir aus wilden Bohnen. Im Hofladen sind überwiegend eigene Produkte, aber auch Edelobstbrände von der Ummanz erhältlich. Im Café und Restaurant werden ausschließlich Bio-Produkte und Fisch von den Fischern aus Stahlbrode verwendet.

• Reinberg/Stahlbrode, Lange-Hof 31 • Tel. 03 83 28/651 10 • Hofladen Mo-Do und So 10-20, Fr, Sa 10-22 Uhr • Café im Gutshaus tgl. 13-18 Uhr Naturparadies

Teutenberg

Auf den 30 000 qm des seit 2004 als ökologischer Obstbaubetrieb zertifizierten Anwesens wachsen seit über 100 Jahren Obst- und Birnbäume. Der sehr gesprächsfreudigen Inhaberin Doris Teutenberg haben es insbesondere die alten Sorten angetan. Über zwanzig von ihnen gedeihen hier ungespritzt in nahezu staubfreier Luft. Nicht nur bei der Ernte, sondern auch zu jeder anderen Jahreszeit sind freiwillige Helfer gegen Kost & Logis willkommen, die so auch gleich einen intensiven Einblick in den Öko-Obstanbau gewinnen können. Im Hofladen sind nicht nur die Äpfel erhältlich, sondern auch daraus hergestellte Bio-Apfelsäfte, Bio-Apfelwein und seit 2008 auch ein edler Bio-Apfel-Weinbrand.

Teutenberg • Middelhagen/Rügen, Alt Reddevitz 32 • Tel. 03 83 08/24 19 • Ostern-Okt. tgl. 8-20 Uhr, sonst nach telefonischer Absprache

Rügener Insellamm

Schöner als die Schafe und Lämmer von Nils Torsten Volk können diese Tiere in Deutschland nicht aufwachsen. Seine Mutterschafe leben seit 1994 auf der 8 km vor Rügen im Greifswalder Bodden gelegenen alten Lotseninsel Ruden, die heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen und völlig unbewohnt ist. Weitere Tiere grasen im Biosphären-Reservat Südost-Rügen und dienen dort auch der ökologischen Landschaftspflege. Der Züchter schlachtet und verarbeitet seine Lämmer selbst, stellt daraus Lammsalami und -mettwurst, Schinken und Leberwurst her. Lamm-Bratwürste können auch gleich im Hofladen verzehrt werden.

• Ostseebad Göhren, Försterei 14 • Tel. 03 83 08/66 68 88 • Ostern-Okt. tgl. 11-22, sonst Fr 11-20 Uhr und nach telefonischer Absprache

Feste und Events

BioErleben in Warnemünde

Alljährlich verwandelt sich die Strandpromenade von Warnemünde am letzten Augustsonntag in Mecklenburgs größten Bio-Markt mit viel Action für Groß und Klein. Im Biopark-Strandbauernhof können Kinder sich selbst als Öko-Bauern, Gärtner oder Imker betätigen, eine Modenschau zeigt Naturmoden junger Designer. Bei Talkrunden mit Bio-Unternehmern des Bundeslandes geht es um gesunde Ernährung und Genuss, an Marktständen können Bio-Lachs und Bio-Wein, Bentheimer Schwein am Spieß und Bio-Bratwurst verkostet werden. Den Hunger auf Süßes stillen Bio-Pralinen und Dinkelwaffeln. In einem Kochduell wird der beste Bio-Hobbykoch des Landes gekürt, Naturkosmetik ergänzt das Angebot an die Sinne.

• Termine: 29. August 2010 und 28. August 2011

Aktivitäten

Naturpark Insel Usedom

Wer mehr von Usedom sehen will als die Kaiserbäder und die Museen Peenemündes, tut gut daran, sich in einer Tourist-Information das aktuelle Führungsprogramm des Naturparks Insel Usedom zu holen. Zwischen Ende April und Mitte Oktober finden von montags bis freitags täglich mehrere sachkundig geführte, zum Teil sogar kostenlose Wanderungen und Radtouren statt.

• Usedom, Bäderstr. 5 • Tel. 03 83 72/76 30

Woche des Kranichs

Seit 12 Jahren veranstaltet das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf alljährlich Ende September/Anfang Oktober eine Woche des Kranichs. Dann stehen zahlreiche Exkursionen zur Kranichbeobachtung auf dem Programm, ergänzt durch Vorträge und Ausstellungen. Besser als im Rahmen dieser Veranstaltungswoche kann man sich nicht über Kraniche informieren.

• Informationen: Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf, Lindenstr. 27 • Tel. 03 83 23/8 04 50