Gesund im Urlaub Die Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck

Eine gute Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck auf Reisen.

Endlich Urlaub. Sonne, Strand und Palmen, es sind nur noch wenige Tage bis zum Abflug. Die Vorfreude ist groß, doch außer T-Shirts, Badeanzug, Schnorchelausrüstung und guten Büchern zum Schmökern gehört in jeden Koffer auch eine sinnvoll sortierte Reiseapotheke. Denn nicht nur mangelnde Hygiene und exotisches Essen können die schönsten Tage im Jahr trüben. Auch ein Klimawechsel, ein starker Sonnenbrand oder ein juckender Hautausschlag belasten den Körper stark. Doch was gehört zum Basis-Paket einer gut zusammengestellten Reiseapotheke? Der Inhalt hängt natürlich ab vom Reiseziel, von der Reisedauer, von der Reiseart und von der Jahreszeit. Pauschalurlauber im All-inclusive-Resort müssen sicherlich anders denken als Individualreisende mit dem Rucksack oder Familien mit Kindern. Doch für alle gilt: Zumindest eine Erstbehandlung für kleinere Beschwerden sollte möglich sein, denn nicht immer ist eine Apotheke oder ein Arzt in der Nähe. 

Wer zu Hause regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte einen ausreichenden Vorrat ans Urlaubsziel mitnehmen - mindestens die Hälfte mehr, als normalerweise benötigt wird. Denn im Ausland sind einige Medikamente unter anderem Namen bekannt, teilweise gar nicht zu bekommen oder sogar gefälscht. Eine fremde Sprache erschwert den Einkauf zusätzlich. Damit bei Verzögerungen im Flugplan oder Verlust des Gepäckstücks die Medikation uneingeschränkt fortgesetzt werden kann, ist es ratsam, die Mittel je nach Dringlichkeit in Handgepäck und Koffer aufzuteilen. Bei einer Zeitverschiebung zwischen Heimat- und Ferienort müssen Einnahmezeiten gegebenenfalls angepasst werden.

Bei Hitze können Medikamente schnell ihre Wirkung verlieren

Wichtig ist die Lagerung der Medikamente: Bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit können Arzneimittel schnell ihre Wirkung verlieren. Sie dürfen deshalb nicht in der prallen Sonne liegen. Am besten werden sie - wenn möglich - im Kühlschrank oder in einer Kühltasche aufbewahrt. Aber auch Minustemperaturen können Schaden anrichten, deshalb gilt: Hat ein Medikament seine Form verändert und sieht anders als gewöhnlich aus, sollte es nicht mehr eingenommen werden.

Für einige Medikamente gelten strenge Zollvorschriften. Laut dem Centrum für Reisemagazin (CRM) kann es dann problematisch werden, wenn Urlauber Arzneimittel benötigen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, zum Beispiel morphinhaltige Schmerzmittel. Auch bei Spritzenbesteck für Diabetiker kann es zu Schwierigkeiten kommen. Hier gilt: Für Reisen innerhalb des Schengen-Raumes – dazu gehören unter anderem beliebte Ferienziele wie Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden und Spanien – können Urlauber sich eine ärztliche Bescheinigung ausstellen lassen. Liegt diese nicht vor, beschlagnahmen Zollbeamte die Medikamente unter Umständen. Urlauber, die in Nicht-Schengen-Staaten reisen, sollten sich über die Regelungen zur Medikamentenmitnahme unbedingt bei der jeweiligen Botschaft informieren, empfiehlt das CRM.

Sich vom Hausarzt oder in der Apotheke beraten lassen

Besonders bei Fernreisen sind Informationen über die medizinische Versorgung im Land wichtig. Detaillierte Hinweise zu Impfungen, Malariavorkommen und anderen landesspezifischen Krankheiten sind auf den Seiten des Auswärtigen Amtes zu finden.

Wer seine Reiseapotheke das erste Mal zusammenstellt, sollte vor Reiseantritt sich zur Sicherheit noch einmal von seinem Hausarzt beziehungsweise in einer Apotheke beraten lassen. Bei Reisen in die Tropen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der auf diesem Gebiet erfahren ist.

Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke gehört:

  • Fieberthermometer, kleine Schere und Pinzette für Splitter und Zecken
  • Pflaster und Verbandmaterial wie Kompressen und Mullbinden
  • Desinfektionsmittel
  • Wasserfestes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (25 und höher)
  • Mückenmilch
  • kühlendes Gel gegen Sonnenbrand und Juckreiz bei Insektenstichen
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen
  • Mittel gegen Schnupfen, Husten und Halsschmerzen
  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Salbe für Prellungen, Zerrungen und Verspannungen
  • Salbe gegen Pilzerkrankungen

Hilfreiche Zusatzausstattung:

  • Mittel gegen Reisekrankheit, z.B. für Bus- oder Schifffahrten
  • Nasensalbe, damit die Schleimhäute nicht austrocknen
  • Ersatzbrille für Brillenträger
  • Kontaktlinsenflüssigkeit (je nach Ziel unter Umständen schwer erhältlich)
  • Wärmflasche
  • Sicherheitsnadeln
  • Einmalhandschuhe
  • je nach Hygienestandard sterile Einmalspritzen
  • kleine Taschenlampe

Nützliche Adressen:

Centrum für Reisemedizin: Informationen zu Reiseländern, Krankheiten von A-Z, medizinische Einrichtungen im Ausland. Info: www.crm.de

Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut: Länderdaten, individuelle Beratung, Reiseberichte. Info: www.gesundes-reisen.de

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin: Hinweise zu Reiseimpfungen, Empfehlungen zur Malariaprophylaxe, Übersicht über die Tropeninstitute in Deutschland. Info: www.dtg.org

Robert Koch Institut: Informationen zu Infektionskrankheiten und Schutzmaßnahmen. Info: www.rki.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Gesundheitsdaten, Forschungsergebnisse. Info:www.euro.who.int/de