Griechenland Chalkidiki: Umweltfreundlicher Urlaub

Naturnaher Urlaub in dörflichen Strukturen. Alle, die Griechenland schon öfter als Reiseziel gewählt haben, wissen ein Lied davon zu singen, wie sehr dort der Umweltgedanke und der schonende Umgang mit den Ressourcen noch in den Anfängen steckt. Doch mit der zunehmenden Europäisierung des Lebens hat auch hier ein Umdenken eingesetzt, vor allem bei der jüngeren Generation, und dieses zarte Pflänzchen gibt Anlass zur Hoffnung.

Die Chalkidiki hat dabei die besten Voraussetzungen: Diese einst wirtschaftlich wenig entwickelte bäuerliche Region, wo keine Schlote rauchten und keine Betriebe die Gewässer verschmutzten, kann diesen einstigen Nachteil jetzt als "Standortvorteil" nutzen. Klare Luft und sauberes Wasser gehören zum Markenzeichen der Chalkidiki, die heute zu den Regionen Griechenlands zählt, die, gemessen an ihrer Größe, die meisten "Blauen Flaggen" aufweist - das EU-weite Symbol für saubere Strände. Auch wurde hier nicht der Fehler begangen, die Küsten mit touristischen Großsiedlungen zuzubetonieren. Der Charakter von einer von grüner Natur und kleinen, dörflichen Strukturen geprägten Landschaft ist weitgehend erhalten geblieben.

Übernachten

Sáni Resort

Umweltbewusstes Handeln kann in Griechenland und auf der Chalkidiki bislang kaum auf staatliche Unterstützung zählen. Umso erfreulicher ist es, wenn große Hotelanlagen wie das Sáni Resort seit einigen Jahren mit gutem Beispiel vorangehen und die Sache selbst in die Hand nehmen. Ein nachhaltiges Wirtschaften wird hier auf zahlreichen Ebenen angestrebt, vieles befindet sich noch in der Erprobungsphase bzw. wird noch geplant. So versucht man hier zunehmend, den Warmwasserverbrauch durch die Nutzung von Solarenergie abzudecken und eine stromsparende Beleuchtung einzusetzen. Für die Bewässerung der Gartenanlagen wird recyceltes Wasser verwendet, um kostbares Trinkwasser zu sparen. Organische Abfälle aus Garten und Küche werden kompostiert, Glas, Papier und Aluminium gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Das Management ist bestrebt, den Einsatz von Plastik zu reduzieren. Mehrere Tausend Bäume wurden in den letzten Jahren gepflanzt, schließlich erstreckt sich das von Waldwegen erschlossene private Waldgebiet von Sáni über eine Fläche von 500 ha. Auch das Personal wird in Umwelttrainingsseminaren geschult. Kein Wunder, dass Sáni mit dem Green Key Öko Label ausgezeichnet wurde.

• Sáni (9 km südwestlich von Néa Fokéa) • Tel. 23740/ 99400 • 843 Zimmer, Appartements und Suiten • €€€€

Ekies all senses Resort

Das relativ junge Hotel auf der Ostseite der Halbinsel Sithonía wird von der erst 30-jährigen Hotelbesitzerin Alexandra Efstathiadou geleitet. Am ruhigen Golf von Vourvourou gelegen, 80 km von Thessaloniki entfernt, lädt die Anlage ein zum Relaxen pur. Hier hat man sich die Verbindung von griechischer Tradition mit modernem Lebensgefühl auf die Fahnen geschrieben, das persönlich geführte Hotel wird von Naturmaterialien bestimmt, die alle aus Griechenland stammen. Eine weitgehend offene Architektur und eine sanfte Anlehnung an die Prinzipien des Feng Shui bestimmen maßgeblich die Atmosphäre. Der gesamte Hotelbereich wurde zur strikt plastikfreien Zone erklärt, kühlende Leinen- und Baumwollstoffe in Erdtönen bestimmen das Ambiente. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Anlage bereits einige Designpreise erhalten hat. Als Besonderheit bietet das Designhotel seinen Gästen Naturmatratzen, die auch im Urlaub für erholsamen Schlaf sorgen. Sie setzen sich aus mehreren Schichten von Naturmaterialien wie Kautschuk, Seegras und Kokosfaser zusammen. Und auch der Spa-Bereich des Hotels setzt auf Naturprodukte wie Pfeffer, Rotwein, Tang und wilder Wacholder, die ausschließlich aus Griechenland stammen. Dazu passt, dass sich die Küche des Hauses durch eine Leichtigkeit auszeichnet, die der körperlichen Erholung zugute kommt.

• Vourvouroú • Tel. 2 37 50/91 00 • 65 Zimmer • €€€

Übernachten/Essen und Trinken

Agrotourismus

Die Dörfer nördlich der drei Chalkidiki-Finger, jenseits der Strände auf dem sogenannten "Handteller" der Region, befanden sich touristisch gesehen bis vor Kurzem in komplettem Winterschlaf. Der Badetourismus absorbierte die Touristenströme, eine auf Besucher ausgerichtete Infrastruktur war fast überhaupt nicht vorhanden. Mit dem Konzept des Agrotourismus, getragen vom Tourismusministerium, wird nun seit Kurzem die Umkehr eingeleitet. Die Unterstützung kleiner touristischer Unternehmen, vom Restaurant bis zur Pension, die Förderung der lokalen landwirtschaftlichen Produktion und des traditionellen örtlichen Handwerks gehören zu diesem Konzept, das zum einen die lokale Kultur und den natürlichen Reichtum der Region bewahrt, zum anderen den Bewohnern eine realistische Zukunftsperspektive eröffnet.

Die Besucher sollen eingebunden werden in die traditionellen Gegebenheiten, alte Kulturen kennenlernen, sich als Gast fühlen können, ohne dabei in der Masse der Touristen unterzugehen. Mittlerweile hat sich vor allem im Norden der Chalkidiki ein ganzes Netz von diesen "alternativen" touristischen Unternehmungen etabliert, von denen einige hier beispielhaft vorgestellt werden sollen. Wer nach weiteren Unterkünften und Restaurants sucht, der wird auf der Website der AGRO-TOURISTIK fündig, allerdings nur in griechischer und englischer Sprache.

 

Archontiko Viraggas

Archontiko Viraggas

In dem kleinen Dorf Vrastama östlich von Polígiros wartet das Archontiko Viraggas auf Gäste. Ein neues Hotel, das mit seinem vorragenden Obergeschoss im typischen makedonischen Architekturstil erbaut wurde. Alle Zimmer sind individuell gestaltet und mit alten Einrichtungsgegenständen bestückt. Die Küche des Hauses bietet viele Bio-Produkte, z. B. Öl und Oliven aus der Region und Wein vom Berg Athos. Legendär ist das Ziegenfleisch der Region und der im Dorf hergestellte Ziegenkäse.

• Vrastama • Tel. 2 37 10/7 14 29 • 6 Zimmer • €€€

Elatodasos

Der kleine Bauernhof etwas außerhalb von Taxiarchis liegt auf 650 Metern und eignet sich gut als Ausgangspunkt für den nahen Berg Cholomontas. Die Zimmer sind im Stil der alten Häuser der Chalkidiki gemütlich eingerichtet. Hier findet man auch im Winter Unterkunft; sogar die kleine hauseigene Taverne hat zu dieser Jahreszeit noch geöffnet.

(außerhalb von Taxiárchis) • Tel. 2 37 10/9 41 14 • 5 Zimmer • €€€

Farm Platanorema

Übernachten auf einer Farm abseits jeglichen Tourismus, das kann man auf der 4 ha großen Farm Platanorema, die an der Strecke zwischen Gomati und Megáli Panagía liegt, nur rund 10 Minuten von Arnea entfernt. Man wohnt stilvoll in komfortablen Natursteinhäusern, das angeschlossene Restaurant tischt auch ungewöhnliche Speisen auf wie Wildschwein, angerichtet mit Biogemüse, regionalem Käse und Wein. Ein kleiner See mit Enten und ein Bach liegen in unmittelbarer Nähe der Farm. Besucher können sich auf dem Tennisplatz oder beim Bogenschießen erholen, Kinder finden zahlreiche Spielmöglichkeiten.

• Zwischen Gomati und Megáli Panagía • Tel. 2 37 20/30 03 86 • 4 Suiten • €€€

Einkaufen

Bioläden

Die Produktion nach biologischen Grundsätzen steckt auf der Chalkidiki noch in den Kinderschuhen. Zwar gibt es immer mehr einzelne Bauern, die nach biologischen Grundsätzen wirtschaften und weitgehend auf Chemie verzichten, doch organisierte Formen des biologischen Wirtschaftens sind hier noch weitgehend fremd. Umso erfreulicher ist es, dass auf der Chalkidiki die ersten beiden Bioläden eröffnet wurden:

Haris • Polígiros, Konstantinoupoleos 6 • Tel. 2 37 10/2 49 13

Sofia Karabatsaki • Néa Moudaniá, Chrisostomoy Smyrnis 8 • Tel. 2 37 30/2 66 57

Domaine Claudia Papagianni

Wer auf der Suche nach biologisch angebautem Wein ist, der wird zunächst auf die bekannten Weinkellereien Tsantalis und die Domaine Porto Carras stoßen, deren Weine überall auf der Chalkidiki angeboten werden. Beide haben sogar einige Bioweine im Angebot. Bislang weitaus weniger bekannt ist die Domaine Claudia Papagianni, ein 25 ha großes Weingut bei Arnéa, auf dem ausschließlich biologisch produziert wird. Die junge Winzerin Claudia Papagianni hat sich mittlerweile in der von Männern beherrschten Winzerwelt einen guten Namen gemacht. Das Weingut ist für Besucher geöffnet und auf jeden Fall einen Besuch wert.

• Arnéa • Tel. 2 37 20/2 31 20

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Dieser Text von Helmuth Weiß ist ein Auszug aus dem MERIANlive-Reiseführer "Chalkidiki"

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