Zentralafrikanische Republik

Wissenswertes über die Zentralafrikanische Republik

Natur und Klima:

Das Land besteht im Wesentlichen aus dem hügeligen, durchschnittlich 600 Meter hohen Plateau der Asandeschwelle, die das Tschadbecken im Norden vom Kongobecken im Süden trennt. Nur im äußersten Nordosten und Nordwesten erreichen vereinzelte Gruppen von Inselbergen Höhen von über 1400 Meter.

Der Großteil des Landes liegt im Bereich wechselfeuchten tropischen Klimas mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 22 bis 30 Grad im Norden und 24 bis 28 Grad im Süden. Die Niederschläge nehmen von 1800 mm im Südwesten bis auf unter 900 mm im Norden rasch ab. Entsprechend breitet sich im nördlichen Landesteil Trockensavanne mit vereinzelten Affenbrotbäumen und Fächerpalmen aus, südwärts folgt Feuchtsavanne mit Galeriewäldern entlang der Flüsse, im äußersten Süden wächst immergrüner tropischer Regenwald.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht aus zahlreichen ethnischen Gruppen, die im Norden und Westen zu den Sudanvölkern und im Süden zu den Bantu gehören. Im östlichen, äußerst dünn besiedelten Landesteil überwiegen nilotische Völker. Die Ureinwohner, die Pygmäen, leben nur noch vereinzelt in den Wäldern des Südwestens.

Rund zwei Drittel der Menschen leben in absoluter Armut, häufig ohne Zugang zu medizinischen Versorgungseinrichtungen oder Schulen.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 2004 ist die Zentralafrikanische Republik eine präsidiale Republik. Der auf fünf Jahre direkt vom Volk gewählte Präsident ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er ist mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet und ernennt auch den Premierminister. Die Legislative liegt beim Einkammerparlament, der Nationalversammlung mit 105 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Die den Präsidenten stützende Partei Convergence Nationale "Kwa na Kwa" (CN-KNK) ist stärkste Kraft im Parlament.

Wirtschaft und Verkehr:

Infolge der Binnenlage und der jahrelangen Misswirtschaft, der mangelnden Infrastruktur und dem schlechten Ausbildungsstand der Arbeitskräfte, der politischen Instabilität und verbreiteter Korruption gehört die Zentralafrikanische Republik zu den extrem unterentwickelten Ländern Afrikas.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Land- und Forstwirtschaft, die aber den Landesbedarf an Nahrungsmitteln nicht decken kann. An Exportprodukten liefert der Agrarsektor Baumwolle, Kaffee und Tabak. Die Regenwälder, die durch unkontrollierten Raubbau bedroht sind, erbringen wertvolle Edelhölzer, die ebenso wie Diamanten, überwiegend illegal ausgeführt werden. Bisher kaum genutzt werden die Vorkommen an Gold, Uran, Eisenerz, Kupfer, Tonerde und Zink. Die Energieversorgung wird überwiegend durch Wasserkraft sichergestellt. Die industrielle Entwicklung steckt noch in den Anfängen und beschränkt sich vorwiegend auf Kleinbetriebe zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

Nur ein geringer Teil der Straßen ist ganzjährig befahrbar. Eine Eisenbahn existiert nicht. Vor allem der Ubangi mit seiner Verbindung zum Atlantikhafen Pointe-Noire (Republik Kongo) spielt für den Außenhandel eine bedeutende Rolle.

Geschichte:

Kolonialzeit:

Seit dem 16. Jahrhundert drangen regelmäßig arabische Sklavenhändler in die Region ein; ganze Landstriche wurde so entvölkert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die Region unter französische Kontrolle.

Frankreich gründete die Kolonie Ubangi-Chari, die 1910 in Französisch-Äquatorialafrika eingegliedert wurde. Konzessionsgesellschaften beuteten in der Folgezeit das Land rücksichtslos aus. Bewaffnete Aufstände Ende der zwanziger Jahre wurden blutig niedergeschlagen. 1958 erhielt die Zentralafrikanische Republik innere Autonomie.

Unabhängigkeit und politische Instabilität:

1960 wurde das Land unter dem ersten Staatspräsidenten David Dacko unabhängig. Er wurde 1965/66 durch einen Miltärputsch unter Führung von Jean-Bedel Bokassa gestürzt. Bokassa errichtete eine Willkürherrschaft und proklamierte 1976 das Zentralafrikanische Kaiserreich. Trotz seines despotischen Regimes genoss Bokassa lange die Unterstützung Frankreichs. Erst als seine Schreckensherrschaft weltweit Aufsehen erregte, ließ ihn Frankreich 1979 fallen. 1981 übernahm General André Kolingba die Macht. Präsidentschaftswahlen nach der Zulassung eines Mehrparteiensystems gewann 1993 Ange-Félix Patassé.

In der Folgezeit kam es mehrfach zu Unruhen durch meuternde Armeeeinheiten. Die innenpolitische Lage blieb trotz der Intervention multinationaler Friedenstruppen gespannt. Ein Staatsstreich 2003 brachte François Bozizé an die Macht. Er konnte die 2005 durchgeführten Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden.

Seit 2006 beeinflussten die Kämpfe in der sudanesischen Krisenregion Darfur zunehmend die innenpolitische Lage in der Zentralafrikanischen Republik, die mit einem großen Flüchtlingsproblem konfrontiert wurde. 2007 beschloss die Uno bzw. EU die Entsendung einer Friedenstruppe in den Tschad und in die Zentralafrikanische Republik. Unter Vermittlung Gabuns konnte die zentralafrikanische Regierung 2008 ein Friedensabkommen mit zwei Rebellenbewegungen, die gegen das Regime von Bozizé operiert hatten, schließen.