Tansania

Wissenswertes über Tansania

Natur und Klima:

Der Festlandsteil erstreckt sich vom Indischen Ozean westwärts über ausgedehnte savannenbedeckte Hochflächen (1000 bis 2000 Meter) bis zu den Randbergen des Zentralafrikanischen Grabens mit dem Tanganjikasee. In seinem südlichen Teil vereinigt sich der Grabenbruch mit dem Ostafrikanischen Graben, der ausgehend vom Malawisee das Land in nordöstliche Richtung durchzieht. Dabei markieren riesige Vulkankrater und erloschene Vulkane seinen Weg. Der mächtigste unter ihnen ist der von drei Gipfeln gekrönte Kilimandscharo an der Grenze zu Kenia, dessen höchste Spitze, der 5895 Meter hohe Kibo, ständig mit Schnee bedeckt ist. An der Grenze zu Uganda hat Tansania Anteil am Victoriasee. Der fruchtbaren Küstenzone sind die beiden flachen Koralleninseln Sansibar und Pemba vorgelagert.

In der Küstenregion herrscht tropisch-heißes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und Durchschnittstemperaturen von 26 Grad. Im Landesinneren liegen die Werte zwischen 23 und 18 Grad. Die meisten Niederschläge fallen an den Osthängen der von Regen- und Nebelwäldern bedeckten Gebirge. Die trockenste Region befindet sich im Nordosten, in der sogenannten Massai-Steppe. Im Nordosten liegen auch einige der bekanntesten Schutzgebiete, die Tansania zum Erhalt des artenreichen Wildbestandes eingerichtet hat, so der Serengeti- und der Kilimandscharo-Nationalpark und das Schutzgebiet im Ngorongorokrater.

Bevölkerung:

In Tansania leben etwa 120 verschiedene Ethnien, überwiegend Bantu. Die Massai gehören zur Völkergruppe der Niloten. An der Küste und auf Sansibar ist der Islam die vorherrschende Religion, ansonsten überwiegen christliche Glaubensgemeinschaften sowie traditionelle Religionen.

Die Bevölkerungszahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Lebenserwartung ist jedoch in den vergangenen Jahren gesunken. Trotz intensiver Anstrengungen ist das Gesundheitswesen vor allem in den ländlichen Gebieten, wo fast zwei Drittel der Menschen leben, noch immer unzureichend. Die größten Probleme bereiten Aids und Malaria.

Staat und Politik:

Gemäß der mehrfach revidierten Verfassung von 1977 ist Tansania eine föderative Präsidialrepublik. Staatsoberhaupt mit umfassenden Vollmachten ist der auf fünf Jahre direkt gewählte Präsident. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt das Kabinett mit dem Premierminister an der Spitze. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung mit 324 Abgeordneten, davon 232 direkt gewählten. Dominierende parteipolitische Kraft ist die Revolutionäre Partei Tansanias (Chama Cha Mapinduzi, CCM), die frühere Einheitspartei. Das weitgehend autonome Sansibar hat eigene staatliche Institutionen.

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz umfangreicher Entwicklungshilfe zählt Tansania heute zu den ärmsten Staaten der Welt. Grundlage der Wirtschaft ist der Agrarsektor, doch reicht der Anbau von Mais, Hirse und Maniok kaum für den Eigenbedarf aus. Landwirtschaftliche Exportprodukte sind Baumwolle, Kaffee, Tee, Cashewnüsse, Tabak und Sisal. Der reiche Waldbestand liefert wertvolle Harthölzer. Für die Modernisierung der nur mäßig entwickelten Industrie und den Ausbau der Infrastruktur fehlen die Mittel.

Wachstumspotential haben vor allem Bergbau und Tourismus. Tansania besitzt Vorkommen an Gold, Diamanten, Eisenerz, Zinn, Steinsalz und Phosphaten. Das Verkehrsnetz ist vor allem im Binnenland äußerst weitmaschig. Dar es Salaam ist Ausgangspunkt der wichtigsten Bahnlinien und besitzt den größten Seehafen des Landes, der auch als Umschlagplatz für Sambia, Burundi, Ruanda und Uganda dient.

Geschichte:

Koloniale Herrschaft:

1503 besetzten Portugiesen die Küstenregion des heutigen Staates und Sansibar. Sie mussten 1698 dem Sultan von Oman weichen, der von Sansibar aus seine Herrschaft über das Festland ausübte. 1884/85 wurde die Region zum Schutzgebiet des Deutschen Reiches erklärt und stand seit 1891 - nachdem Sansibar 1890 im Tausch gegen Helgoland an Großbritannien gefallen war - unter direkter Kontrolle Berlins (Deutsch-Ostafrika). Nach Ende des Ersten Weltkriegs kam auch das Festlandsgebiet Tanganjika als Völkerbundmandat, seit 1946 als Uno-Treuhandgebiet unter britische Verwaltung.

Unabhängigkeit:

1961 wurde Tanganjika unabhängig, ein Jahr später Republik unter der Präsidentschaft von Julius Nyerere. 1964 wurde durch Vereinigung mit Sansibar die Vereinigte Republik Tansania geschaffen. Nyerere entwickelte gestützt auf die Einheitspartei CCM einen auf sein Land zugeschnittenen Sozialismus. 1979 war Tansania entscheidend am Sturz Idi Amins in Uganda beteiligt. 1985 trat Nyerere zurück. Nachfolger wurde Ali Hassan Mwinyí, der eine vorsichtige Liberalisierung einleitete. 1992 gab die CCM ihre Stellung als Einheitspartei auf, ihre führende politische Rolle blieb davon jedoch unberührt.

1995 wurde der CCM-Politiker Benjamin W. Mkapa Präsident. Ihm folgte 2005 Jakaya Kikwete. Auf Sansibar kam es bei Wahlen im selben Jahr zu innenpolitischen Spannungen und Gewalttätigkeiten. Kikwete bemühte sich in der Folgezeit um wirtschaftliche Reformen und die Bekämpfung der Korruption. Nach Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung musste Kikwete 2008 das Kabinett umbilden.