Swasiland

Wissenswertes über Swasiland

Natur und Klima:

Swasiland liegt an der Ostseite des südafrikanischen Binnenhochlandes und lässt sich in drei in Nordsüdrichtung verlaufende Landstufen gliedern. Im Westen liegt ein durch Flüsse zerfurchtes mit Grasfluren und Wald bedecktes Bergland (Highveld, 1000 bis 1800 Meter). Das sich östlich anschließende fruchtbare Hügelland (Middleveld, 500 bis 1000 Meter) ist dank seiner guten Weideflächen und ertragreichen Böden der wirtschaftliche Kernraum des Landes. Es fällt nach Osten zur flachwelligen Savannenlandschaft (Lowveld) bis auf unter 100 Meter ab. Im Nordosten bilden die 300 bis 800 Meter hohen Lebomboberge, ein Plateau vulkanischen Ursprungs, die Grenze zu Mosambik. Die zahlreichen Flüsse folgen der Abdachung von Westen nach Osten und durchbrechen die Lebomboberge in engen Tälern.

Das subtropische Klima ist entsprechend der Höhenstufen differenziert. So steigen die jährlichen Niederschläge mit zunehmender Höhe von 500 mm bis auf über 2000 mm an, während die Temperaturen kontinuierlich abnehmen. Dürrejahre führen immer wieder zu massiven Ernteausfällen.

Bevölkerung:

Swasiland besitzt eine ausgesprochen homogene Bevölkerung. Weit mehr als 90 Prozent gehören dem Bantuvolk der Swasi an, die größten Minderheiten stellen die Zulu und Tsonga. Entsprechend der Wirtschaftsstruktur leben noch mehr als zwei Drittel in Dörfern und kleinen Siedlungen auf dem Land. Die einzige urbane Region bilden die Städte Manzini und Mbabane.

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahren dramatisch gefallen; die HIV-Infektionsrate von rund 39 Prozent ist die weltweit höchste.

Staat und Politik:

Gemäß der 2006 in Kraft getretenen Verfassung ist Swasiland eine absolute Erbmonarchie. Staatsoberhaupt mit umfassenden exekutiven und legislativen Befugnissen ist der König. Er ernennt die Regierung mit dem Premierminister an der Spitze und kann das Parlament auflösen. Das Zweikammerparlament mit einer fünfjährigen Legislaturperiode besteht aus der Nationalversammlung mit maximal 76 Abgeordneten und dem Senat mit maximal 31 Mitgliedern. Parteien sind im Parlament momentan nicht vertreten.

Wirtschaft und Verkehr:

Swasiland ist durch eine Zoll- und Währungsunion, enge Handelsbeziehungen und zahlreiche Wanderarbeiter eng mit der Republik Südafrika verbunden. Bis in die neunziger Jahre konnte der kleine Binnenstaat sogar von den Wirtschaftssanktionen gegenüber dem Nachbarn profitieren und dank seiner investitionsfreundlichen Politik ein stetiges wirtschaftliches Wachstum verzeichnen. Durch die extrem ungleiche Einkommensverteilung partizipierte die Mehrheit der Bevölkerung jedoch nicht an der positiven Entwicklung. Trotz des vergleichsweise hohen Durchschnittseinkommens lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung an der absoluten Armutsgrenze und ist auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Die Wirtschaft des Landes basiert auf dem Ackerbau, der Viehzucht (Rinder, Ziegen, Schafe), der Forstwirtschaft und dem Bergbau, vor allem dem Abbau von Diamanten, Asbest und Kohle. Zur Selbstversorgung werden überwiegend Mais und Hirse angebaut. Moderne Großfarmen, meist von weißen Siedlern oder Handelsgesellschaften betrieben, erzeugen Zuckerrohr und Zitrusfrüchte für den Export. Die Industrie verarbeitet in erster Linie die Rohprodukte Zucker, Zellstoff sowie Fleisch und Früchte für den Export. Als Devisenquelle spielt inzwischen auch der Tourismus eine bedeutende Rolle. Hauptanziehungspunkte sind die Wildreservate sowie die Spielkasinos in der Hauptstadt Mbabane.

Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut. Die Eisenbahn dient ausschließlich dem Güterverkehr.

Geschichte:

Unter britischer Oberherrschaft:

Das Königreich der Swasi entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Verlauf der Erschütterungen, die die Reichsbildung der Zulu in Südafrika auslösten. Die Entdeckung von Goldvorkommen lockte seit 1879 zahlreiche Europäer ins Land. Nach dem Ende des Burenkriegs 1902 fiel Swasiland unter britische Protektoratsherrschaft. 1921 bestieg König Sobhuza II. den Thron. 1962 formierte sich der Ngwane National Liberatory Congress (NNLC), der der Monarchie kritisch gegenüberstand. 1967 erhielt das Königreich innere Autonomie.

Unabhängiges Königreich:

1968 führte Sobhuza II. das Land in die Unabhängigkeit. Nachdem der NNLC bei den Parlamentswahlen 1973 drei Mandate gewonnen hatte, setzte der König die Verfassung außer Kraft, löste das Parlament auf und verbot alle politischen Parteien. 1982 starb der König, sein Sohn Makhosetive bestieg 1986 als Mswati III. den Thron. An den autokratischen Verhältnissen änderte sich wenig, obwohl seit 1993 wieder regelmäßig Wahlen abgehalten wurden.

Seit Ende der neunziger Jahre verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation des Landes. Die Erarbeitung einer neuen Verfassung änderte nichts an der starken Einschränkung der politischen Partizipationsrechte der Bevölkerung. 2008 fanden erstmals Wahlen auf Grundlage der neuen Verfassung statt.


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