Sierra Leone

Wissenswertes über Sierra Leone

Natur und Klima:

Sierra Leone liegt an der Guineaküste, die durch Flussmündungen, Buchten, Sandbänke und vorgelagerte Inseln reich gegliedert und von Mangroven bestanden ist. Lediglich die felsige Halbinsel Sierra Leone ragt bis 888 Meter empor. Über die von einzelnen Hügelketten durchzogene innere Ebene steigt Sierra Leone zur savannenbedeckten Plateau- und Mittelgebirgslandschaft der Oberguineaschwelle im Nordosten bis zu einer Höhe von 1948 Meter an.

Das Klima ist feuchttropisch mit einer Regenzeit von Juli bis September. Die ursprünglichen Regenwälder sind schon längst ein Opfer des Brandrodungsfeldbaus geworden.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Sudanvölkern; jeweils ein Drittel sind Mende und Temne. Die Kreolen bilden eine kleine Minderheit. Insgesamt leben die Menschen in bedrückender Armut. Das hohe Bevölkerungswachstum und das weit verbreitete Analphabetentum verschärfen noch die Lage.

Staat und Politik:

Gemäß der inzwischen novellierten Verfassung von 1991 ist Sierra Leone eine präsidiale Republik im Commonwealth. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte Präsident. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Die Legislative liegt beim Repräsentantenhaus mit 124 Abgeordneten und einer Legislaturperiode von fünf Jahren. Wichtigste Parteien sind die frühere Einheitspartei All People''s Congress (APC) sowie die Sierra Leone People's Party (SLPP).

Wirtschaft:

Sierra Leone besitzt beachtliche Bodenschätze, vor allem Diamanten, Gold, Bauxit und Titanerz, sowie reiche Fischgründe. Durch den Bürgerkrieg kam die Wirtschaft zum Erliegen, die Infrastruktur wurde weitgehend zerstört. Die landwirtschaftliche Selbstversorgung bildet die Existenzgrundlage für die Mehrheit der Bevölkerung, sofern sie nicht vom Diamanten- und Goldschmuggel lebt. Erst seit Beginn dieses Jahrhunderts zeigt die Wirtschaft wieder eine leichte Erholung.

Geschichte:

Seit dem 15. Jahrhundert unterhielten Europäer Handelsniederlassungen in Sierra Leone. 1787 siedelte Großbritannien freigelassene Sklaven in Freetown an. 1808 wurde die Region um die Hauptstadt britische Kronkolonie, 1896 das ganze Land Protektorat. 1961 erhielt Sierra Leone die Unabhängigkeit. Der 1968 bis 1985 regierende Siaka P. Stevens errichtete ein autoritäres Regime. In den neunziger Jahren entwickelte sich ein grausamer Bürgerkrieg mit aus Liberia eingedrungenen Rebellen (Revolutionary United Front, RUF). Der 1996 gewählte Präsident Ahmad Tejan Kabbah konnte sich in den blutigen Wirren nur mit internationaler Hilfe behaupten.

Seit 1999 engagierte sich die Uno mit einer Friedensmission. 2002 erklärte Kabbah den Bürgerkrieg, der Zehntausende von Opfern gefordert hatte, für beendet. Im selben Jahr wurde der Präsident von der Bevölkerung wiedergewählt. Nach der Normalisierung der innenpolitischen Verhältnisse und der Aufarbeitung des Bürgerkriegs durch eine Wahrheits- und Versöhnungskommission konnten die Uno-Soldaten 2005 abgezogen werden. 2007 wurde der bisherige Oppositionspolitiker Ernest Bai Koroma (APC) zum neuen Präsidenten gewählt.


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