Sambia

Wissenswertes über Sambia

Natur und Klima:

Das Land besteht aus einer von Süden nach Norden zur Lundaschwelle allmählich ansteigenden Hochebene (1000 bis 1500 Meter), die von einzelnen Inselbergen überragt wird. Der Sambesi und sein Nebenfluss Kafue, die den Westteil des Landes durchfließen, haben streckenweise tiefe Schluchten in das Plateau eingeschnitten. Im Bereich flacher Mulden haben die Flüsse vielfach große Überschwemmungs- und Sumpfgebiete ausgebildet. Unterhalb der Victoriafälle wird der Sambesi durch den Karibadamm zu einem 280 Kilometer langen See aufgestaut. Im Nordosten hat Sambia Anteil am Tanganjika- und am Mwerusee.

Es herrscht ein wechselfeuchtes Tropenklima, das jedoch durch die Höhenlage gemildert wird. Die im Jahresverlauf nur gering schwankenden Temperaturen liegen um 21 Grad; die jährliche Niederschlagsmenge nimmt von 600 mm im Süden auf 1500 mm im Norden zu.

Noch gehören die parkähnlichen Savannen mit ihrem Laub abwerfenden Trockenwald (Miombo) zu den wildreichsten Gebieten Afrikas. Zu ihrem Erhalt hat Sambia auf etwa neun Prozent der Staatsfläche mehrere Schutzgebiete eingerichtet, darunter den Kafue-Nationalpark.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Bantuvölkern, die sich in mehr als 70 Ethnien mit ebenso vielen Sprachen gliedern. Das noch Ende der neunziger Jahre mit drei Prozent sehr starke jährliche Bevölkerungswachstum ist aufgrund des hohen HIV-Infizierungsgrades stark zurückgegangen.

Den Siedlungsschwerpunkt bildet die Copperbelt-Region, der "Kupfergürtel" im Nordwesten des Landes, von wo sich eine Zone dichter Besiedlung entlang der Eisenbahnlinie nach Süden über die Hauptstadt Lusaka bis nach Maramba (Livingstone) zieht. Der Grad der Verstädterung ist für afrikanische Verhältnisse sehr hoch.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1991 (1996 revidiert) ist Sambia eine präsidiale Republik im Commonwealth. Der für fünf Jahre direkt gewählte Präsident ist zugleich Regierungschef und militärischer Oberbefehlshaber. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung mit 158 Abgeordneten und einer Legislaturperiode von fünf Jahren. Beratende Funktion hat das "House of Chiefs", die 27-köpfige Vertretung der Stammesführer. Regierungspartei ist das Movement for Multiparty Democracy (MMD). Wichtige Oppositionsparteien sind die United Party for National Development (UPND) sowie die United National Independence Party (UNIP).

Wirtschaft und Verkehr:

Sambia verfügt über günstige wirtschaftliche Ausgangsbedingungen: Es besitzt reiche Bodenschätze wie Kupfer und Kobalt, Wasserkraft sowie große landwirtschaftliche Nutzflächen, auf denen, sofern ausbleibende Regenfälle die Ernten nicht gefährden, Erträge über den Eigenbedarf hinaus produziert werden könnten. Dennoch gehört Sambia zu den Entwicklungsländern mit niedrigem Einkommen. Vor allem der Verfall der Kupferpreise Mitte der siebziger Jahre, aber auch der Fachkräftemangel und Korruption brachten Sambia in große wirtschaftliche Schwierigkeiten. Finanzhilfen und Schuldenerlass brachten bisher keine grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen, die zu fast 70 Prozent von dem leben, was die überwiegend kleinbäuerlichen Betriebe mit ihren veralteten Anbaumethoden erwirtschaften.

Im Rahmen der Armutsbekämpfung setzt die Regierung deshalb vor allem auf die Modernisierung der Landwirtschaft, die Privatisierung der Industrie (überwiegend Nahrungsmittel-, Textil- und chemische Industrie) sowie die Förderung des Tourismus.

Bislang wird das touristische Potential mit den Victoriafällen als Hauptattraktion wegen der fehlenden Infrastruktur kaum genutzt.

Das Straßen- und Eisenbahnnetz ist überwiegend auf die Erfordernisse des Bergbaus ausgerichtet. Der Binnenstaat hat Anbindung an die Seehäfen in der Republik Südafrika, Mosambik, Tansania und Angola.

Geschichte:

Unter britischer Herrschaft:

1890 nahm die British South Africa Company (BSAC) unter Führung von Cecil Rhodes das Land in Besitz. 1911 errichtete die BSAC das Protektorat Nordrhodesien, das 1924 als Kolonie der britischen Krone unterstellt wurde. Seit 1953 war das Land Teil der von Weißen dominierten Zentralafrikanischen Föderation. Nach deren Auflösung erlangte Nordrhodesien 1964 als Sambia die Unabhängigkeit.

Die Ära Kaunda und die Folgen:

Der erste Präsident und Führer der Unabhängigkeitsbewegung Kenneth Kaunda leitete nach wenigen Jahren mit der Verstaatlichung der Industrie einen sozialistisch geprägten Kurs ein und errichtete 1972 einen Einparteienstaat. 1990 musste er demokratischen Reformen zustimmen. Im folgenden Jahr fanden erstmals freie Wahlen statt, aus denen das bisherige Oppositionsbündnis MMD als deutlicher Sieger hervorging. Das Präsidentenamt übernahm Frederick Chiluba, der 1996 im Amt bestätigt wurde. Misswirtschaft und Korruption brachten ihn und das MMD in die Kritik.

Bei umstrittenen Wahlen 2001 konnte sich die Regierungspartei nur noch knapp behaupten. Ihr Kandidat Levy Mwanawasa wurde 2002 als neuer Präsident vereidigt. Er bemühte sich in der Folgezeit um politische Reformen und wurde 2006 von der Bevölkerung im Amt bestätigt. Mwanawasa starb 2008 in einem französischen Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls. Der bisherige Vizepräsident Rupiah Bwezani Banda (MMD) wurde im gleichen Jahr zu seinem Nachfolger gewählt.