Mosambik

Wissenswertes über Mosambik

Natur und Klima:

Mit einer Küstenlänge von 2740 Kilometer grenzt Mosambik an die gleichnamige Meeresstraße am Indischen Ozean. Nördlich der Sambesimündung wechseln Steilküsten, flache Sandstrände und Wattflächen einander ab, der südliche Teil ist eine buchten- und lagunenreiche Ausgleichsküste. Landeinwärts erstreckt sich im Süden ein ausgedehntes Tiefland, das von Limpopo und Save durchflossen wird. Im Norden geht die schmale Küstenebene in ein Tafelland (600 bis 1000 Meter) über, das von zahlreichen Inselbergen und -gebirgen überragt wird.

Mosambik gehört überwiegend zum Bereich des wechselfeuchten Tropenklimas mit warmen, trockenen Wintern und heißen, feuchten Sommern. Die Niederschläge nehmen von 1500 mm an der Küste bis auf 400 mm zum Landesinneren hin ab. Durch die hohen Schwankungen der Jahresniederschläge können sowohl Dürrejahre als auch katastrophale Überschwemmungen auftreten.

Der größte Teil des Landes wird von Trockenwald und Savanne eingenommen. Entlang der Flüsse treten Galeriewälder auf, in der Küstenebene gebietsweise Regen- und Mangrovenwälder.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Bantuvölkern, die sich in mehrere Sprachgruppen gliedern. Die größten Gruppen stellen die Makua und die Tsonga. Am dichtesten besiedelt sind das Gebiet um die Hauptstadt Maputo und die küstennahen Nordprovinzen. Der Bürgerkrieg, der Hunderttausende Tote forderte, machte auch Millionen Menschen zu Flüchtlingen, sowohl innerhalb des Landes als auch über die Landesgrenzen hinaus.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1990 ist Mosambik eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der für fünf Jahre direkt gewählte Präsident. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte, ernennt den Premierminister sowie das Kabinett und hat weit reichende exekutive Befugnisse. Die Legislative liegt bei der Versammlung der Republik, dem Parlament mit 250 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Die beiden dominierenden Parteien sind die linke Regierungspartei Befreiungsfront von Mosambik (Frente de Libertação de Moçambique, Frelimo) und die konservative Oppositionspartei Nationaler Widerstand Mosambiks (Resistência Nacional Moçambicana, Renamo).

Wirtschaft und Verkehr:

Seit der Unabhängigkeit hat Mosambik trotz seiner Ressourcen einen wirtschaftlichen Niedergang erleben müssen. Nach Bürgerkrieg und Jahren sozialistischer Planwirtschaft zeigen die zwischenzeitlich eingeleiteten Wirtschaftsreformen seit Anfang der neunziger Jahre erste Erfolge. Einen herben Rückschlag erlitt das Land jedoch durch die verheerenden Überschwemmungen 2000 und 2001. Trotz Schuldenerlass ist Mosambik immer noch auf Entwicklungshilfe angewiesen.

Grundlegender Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, die jedoch zum größten Teil als Subsistenzwirtschaft betrieben wird. Der Inlandsbedarf an Grundnahrungsmitteln kann nur mit Importen gedeckt werden. Im Bergbausektor haben besonders die Förderung von Kohle und Bauxit Bedeutung; die mit Hilfe ausländischer Investoren errichtete Aluminiumhütte liefert über die Hälfte des gesamten Exportwerts. Andere Bodenschätze wie Eisenerz, Mangan, Kupfer, Gold, Diamanten oder Erdgas sind erst teilweise erschlossen. Das Wasserkraftwerk Cabora Bassa am Sambesi ist der größte Produzent elektrischer Energie; der Stromexport in die Nachbarländer bildet eine wichtige Devisenquelle. Mit der Wiederbelebung des ehemals florierenden Tourismus verbinden sich große Hoffnungen.

Bedeutendes Transitland:

Die bei weitem wichtigste Deviseneinnahmequelle ist der Transportsektor. Die Einkünfte aus dem internationalen Transitverkehr über die Bahnlinien und die Häfen Maputo, Beira und Nacala sind von großer Bedeutung für Mosambik. Im Gegensatz zum unzureichend ausgebauten Straßennetz ist das Eisenbahnnetz gut entwickelt.

Geschichte:

Portugiesische Kolonie:

Nach Christi Geburt wanderten Bantuvölker in das Gebiet des heutigen Staates ein. 1498 erreichte Vasco da Gama die Küste Mosambiks. Im 16. Jahrhundert begannen die Portugiesen mit der Erschließung des Landesinneren. 1752 wurde Mosambik portugiesische Kolonie. Gegen die Ausbeutung durch die Kolonialmacht, die Anfang des 20. Jahrhunderts deutlich intensiviert wurde, formierte sich nationaler Widerstand. 1962 schlossen sich verschiedene Befreiungsbewegungen zur Frelimo zusammen und nahmen wenig später den bewaffneten Kampf auf, ab 1969 unter der Führung von Samora Machel.

Unabhängigkeit und Bürgerkrieg:

Nach dem Sturz der Diktatur in Portugal (1974) wurde der Weg frei für die Unabhängigkeit Mosambiks am 25. Juni 1975. Das Amt des Präsidenten übernahm Machel, der eine Volksrepublik nach sowjetischem Vorbild mit der Frelimo als Staatspartei errichtete. Gegen das herrschende Regime kämpfte die von Südafrika unterstützte Widerstandsbewegung Renamo. Die Auseinandersetzungen weiteten sich zu einem blutigen Bürgerkrieg aus, der rund eine Million Todesopfer forderte. Machels Nachfolger Joaquim A. Chissano leitete 1989 die politische Wende ein. Er sagte sich vom Marxismus-Leninismus los, setzte eine demokratische Verfassung in Kraft und nahm Verhandlungen mit der Renamo auf, die 1992 zum Abschluss eines von der Uno überwachten Friedensvertrages führten. Bei freien Wahlen 1994, 1999 und 2004 gewann die Frelimo stets die absolute Mehrheit im Parlament. 2004 wurde Armando Guebuza (Frelimo) zum Nachfolger von Präsident Chissano, der nicht mehr kandidieren durfte, gewählt.

 


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