Mali

Wissenswertes über Mali

Natur und Klima:

Mali erstreckt sich von der Nordostabdachung der Oberguineaschwelle mit ihren Savannen im Süden über die Dornbuschsteppen und Halbwüsten der Sahelzone bis in die zentrale Sahara im Norden. Im Osten erhebt sich aus der weitgehend ebenen Wüstensteppe das kahle Massiv des Adrar des Iforas bis über 800 Meter Höhe.

Der südliche Landesteil wird in einem großen Bogen vom Niger mit seinen breiten Tiefländern durchzogen. Zwischen Ségou und Timbuktu bildet er mit seinem Nebenfluss Bani ein riesiges Binnendelta (Macina), das sich während der Regenzeit in eine seenartige Landschaft verwandelt. Die Bergzüge südlich des Nigerbogens haben im Hombori Tondo die höchste Erhebung des Landes (1155 Meter). Den Südwesten nimmt ein Tafelland ein, in das sich der Senegal tief eingeschnitten hat.

Das Klima reicht vom wechselfeuchten Sudanklima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad bis zum trockenheißen Wüstenklima. Die Niederschläge nehmen von Süden (über 1000 mm) nach Norden (unter 100 mm) rasch ab; mitunter bleiben sie auch ganz aus. Davon stark betroffen ist vor allem die Sahelzone. Hier wurde durch Eingriffe des Menschen das labile Ökosystem derartig schwer geschädigt, dass sich die Wüste immer weiter nach Süden ausbreitet.

Bevölkerung:

Die überwiegend islamische Bevölkerung gliedert sich in mehr als 20 Ethnien; die größte Gruppe bilden die Bambara. Die Mehrheit lebt in der Feuchtsavanne entlang den Flüssen im Süden; weite Teile des wüstenhaften Nordens sind nahezu menschenleer. Als Folge des extrem hohen Bevölkerungswachstums und der zunehmenden Landflucht, ausgelöst durch die häufigen Dürren, lebt jeder dritte Malier in Städten. Größter Anziehungspunkt ist die Hauptstadt Bamako, die in ihrer Entwicklung mit dem Zustrom nicht Schritt halten kann.

Staat und Politik:

Nach der mehrmals revidierten Verfassung von 1992 ist Mali eine präsidiale Republik. Der Staatspräsident wird für die Dauer von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt. Er ernennt den Premierminister und auf dessen Vorschlag hin das übrige Kabinett. Die Legislative liegt in den Händen der Nationalversammlung (147 Abgeordnete, Legislaturperiode fünf Jahre).

Dominierende Parteien sind die Sammlungsbewegung für Mali (RPM), die Allianz für die Demokratie in Mali-Afrikanische Partei für Solidarität und Gerechtigkeit (ADEMA-PASJ) sowie die Union für Republik und Demokratie (URD).

Wirtschaft und Verkehr:

Mali gehört zu den ärmsten Entwicklungsländern, seine Wirtschaft ist in hohem Maße von den Weltmarktpreisen für die beiden wichtigsten Exportgüter Gold und Baumwolle abhängig. Zudem hemmen Dürrekatastrophen und Hungersnöte den wirtschaftlichen Entwicklungsprozess.

Der Ackerbau im klimatisch begünstigten Süden und die vorwiegend nomadisch betriebene Viehhaltung (Rinder, Schafe, Ziegen) reichen für die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung nicht aus. Auch die Erträge aus der Fischerei am Binnendelta des Niger sind aufgrund der häufigen Dürreperioden drastisch gesunken.

An Bodenschätzen besitzt Mali neben Gold auch Phosphat, Kalk und Steinsalz sowie Eisen, Mangan und Bauxit. Der Bergbau wird jedoch durch die schlechte Infrastruktur und unzureichende Energieversorgung eingeschränkt. Das Wasserkraftwerk des 1988 fertiggestellten Manantali-Staudamms am Quellfluss des Senegals konnte aufgrund von Kapitalmangel erst 2002 in Betrieb genommen werden. Finanzmittel fehlen auch zur Verkehrserschließung, die besonders im Norden unzureichend ist. Eine Bahnlinie verbindet das Binnenland Mali mit dem Hafen Dakar (Senegal).

Geschichte:

Frühe Großreiche und französische Kolonie:

Der heutige Staat war im Mittelalter Teil der bedeutenden Großreiche Ghana, Songhai und Mali. Der Höhepunkt des Mali-Reiches fiel in die Regierungszeit von Kankan Musa (1312-1337), dessen Herrschaft sich von Gao am Niger im Osten bis an die Mündung des Gambia im heutigen Senegal erstreckte. Das Songhai-Reich wurde Ende des 16. Jahrhunderts von Marokko zerstört. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eroberte Frankreich in lang anhaltenden Kämpfen das Gebiet. 1904 wurde es als Französisch-Sudan Teil Französisch-Westafrikas und erhielt 1958 innere Autonomie. 1959 schlossen sich Französisch-Sudan und Senegal zur Föderation Mali zusammen.

Unabhängigkeit und Ringen um Stabilität:

Nach dem Auseinanderbrechen der Föderation wurde Französisch-Sudan 1960 als Republik Mali unabhängig. Präsident Modibo Keita schlug einen sozialistischen Kurs ein. Nach einem Staatsstreich übernahm 1968 Moussa Traoré die Macht und regierte diktatorisch. Ende der achtziger Jahre wuchs der innenpolitische Widerstand gegen sein Regime. 1991 stürzte ihn das Militär. Erster demokratisch gewählter Staatspräsident Malis wurde 1992 Alpha Oumar Konaré (ADEMA-PASJ). Er legte den blutigen Konflikt mit den Tuareg im Norden des Landes bei. Die Präsidentschaftswahlen 2002 gewann der parteilose Politiker Amadou Toumani Touré, der bereits nach dem Putsch von 1991 das Amt des Staatschefs ausgeübt hatte. Er wurde 2007 von der Bevölkerung im Amt bestätigt.