Komoren

Wissenswertes über Komoren

Natur und Klima:

Der einst dicht bewaldete Archipel zwischen der ostafrikanischen Küste und der Insel Madagaskar ist vulkanischen Ursprungs und überwiegend gebirgig. Die schmalen Küsten sind meist felsig und von Korallenriffen gesäumt. Die Niederschläge (bis 4000 mm) fallen während des Nordwestmonsuns von November bis April, den Rest des Jahres wehen trockene Passatwinde aus Südost. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken zwischen 25 und 30 Grad.

Bevölkerung:

Die stark islamisch geprägte Bevölkerung besteht aus Nachkommen afrikanischer, asiatischer und arabischer Einwanderer. Heute veranlassen das starke Bevölkerungswachstum und fehlende Arbeitsplätze viele Komorer zur Auswanderung.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 2001 ist die Union der Komoren eine föderale Präsidialrepublik. Die drei Hauptinseln stellen im Wechsel den auf vier Jahre direkt gewählten Präsidenten. Die Legislative liegt bei der 33-köpfigen Unionsversammlung mit einer Legislaturperiode von fünf Jahren. 18 Abgeordnete werden in direkter Wahl bestimmt, die übrigen 15 von den Parlamenten der Inseln entsandt. Stärkste parteipolitische Kraft ist das Bündnis Camp des Îles Autonomes (CdIA).

Wirtschaft und Verkehr:

Die rohstoffarmen Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt und sind von Entwicklungshilfe abhängig. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, doch reicht der Anbau von Mais, Maniok, Bananen und Reis zur Selbstversorgung nicht aus. Für den Export werden von europäischen Gesellschaften vor allem Vanille, Gewürznelken und Ylang-Ylang, ein Grundstoff zur Parfümerzeugung, produziert. Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur sind die Inseln trotz reizvoller Landschaften bislang touristisch kaum erschlossen.

Geschichte:

Seit dem 8. Jahrhundert gerieten die Inseln unter arabisch-islamischen Einfluss. 1843 errichtete Frankreich ein Protekorat über Mayotte, 1886 wurden die gesamte Inselgruppe Protektorat, 1912 Kolonie. Am 6. Juli 1975 erklärten die Komoren - mit Ausnahme von Mayotte - ihre Unabhängigkeit. Die politischen Verhältnisse blieben instabil. Mehrfach kam es, teils mit ausländischer Beteiligung, zu blutigen Umstürzen. Sezessionistische Bestrebungen verschärften die Dauerkrise. 2001 einigte man sich unter internationaler Vermittlung auf eine neue föderale Verfassung. Die Präsidentschaftswahlen 2006 gewann Ahmed Abdullah Mohammed Sambi. Er ließ 2008 mit Unterstützung der Afrikanischen Union eine erfolgreiche Militäroperation gegen die abtrünnige Regierung der Insel Nzwani durchführen.