Guinea-Bissau

Wissenswertes über Guinea-Bissau

Natur und Klima:

Guinea-Bissau besteht fast ausschließlich aus flachwelligem Tiefland. Nur im Südosten erreicht das Relief in den Ausläufern des guinesischen Berglandes Fouta Djalon eine Höhe von 300 Metern. Der durch Flussmündungen stark gegliederten Gezeitenküste sind die Inseln des Bijagós-Archipels vorgelagert. Im Küstenbereich wachsen Regen- und Mangrovenwälder, die landeinwärts in Trockenwald und Savanne übergehen.

Es herrscht tropisches Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen (etwa 26 Grad) und einer Regenzeit von Mai bis November.

Bevölkerung:

Guinea-Bissau ist ein Vielvölkerstaat mit etwa 25 verschiedenen Volksgruppen und ebenso vielen Sprachen. Die Amtsprache Portugiesisch wird nur von wenigen gesprochen, die Mehrheit verständigt sich in portugiesischem Kreolisch.

Staat und Politik:

Guinea-Bissau ist gemäß der Verfassung von 1999 eine präsidiale Republik, in der der für fünf Jahre direkt gewählte Staatspräsident große Machtbefugnisse hat und auch den Ministerpräsidenten ernennt. Das Parlament, die Nationale Volksversammlung, hat 102 Abgeordnete. Stärkste parlamentarische Kraft ist die frühere Einheitspartei Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde (PAIGC).

Wirtschaft:

Durch Kriege, Missmanagement und Dürren fiel Guinea-Bissau in seiner wirtschaftlichen Entwicklung weit zurück. Eine eigenständige Industrie existiert praktisch nicht, außer Bauxit und Phosphat gibt es keine Bodenschätze. Nun hofft das Land auf Erdölfunde vor der Küste und strebt eine Modernisierung der Landwirtschaft an, um zumindest die Grundversorgung der rasch wachsenden Bevölkerung sicherzustellen. Wichtige Devisen bringen der Verkauf von Lizenzen für Holzeinschlag und Fischfang.

Geschichte:

1446 entdeckte Nuño Tristão die Küste von Guinea-Bissau, das 1879 portugiesische Kolonie wurde. Die linksgerichtete Bewegung PAIGC begann 1959 unter Führung von Amilcar Cabral einen blutigen Befreiungskampf. Die 1973 einseitig proklamierte Unabhängigkeit wurde 1974 von Portugal anerkannt. 1980 putschte sich João Bernardo Vieira an die Macht. Er wurde nach einem Bürgerkrieg 1999 gestürzt und ging ins Exil. Weitere Militärputsche verhinderten bis 2004 eine politische Stabilisierung. Präsidentschaftswahlen 2005 konnte der aus dem Exil zurückgekehrte Vieira für sich entscheiden. Er wurde im März 2009 von Soldaten erschossen. Zu seinem Nachfolger wählte die Bevölkerung den PAIGC-Kandidaten Malam Bacai Sanhá.