Gabun

Wissenswertes über Gabun

Natur und Klima:

Das überwiegend von Regenwald bedeckte Land steigt von einer bis 200 Kilometer breiten Küstenebene terrassenartig zur Mittelgebirgslandschaft der Niederguineaschwelle an. Das Bergland wird vom Ogooué und seinen zahleichen Nebenflüssen durchzogen. Die Lage zu beiden Seiten des Äquators bedingt ein ausgesprochenes Tropenklima mit ganzjährig hohen Temperaturen (um 27 Grad Celsius) und Niederschlägen von 1600 bis 3000 mm.

Bevölkerung:

Gabun ist dünn besiedelt, weite Regenwaldgebiete sind praktisch unbewohnt. Die Bevölkerung setzt sich überwiegend aus Bantuvölkern zusammen. Mit den wirtschaftlichen Erfolgen, von denen bislang nur ein kleine Minderheit profitiert hat, nahm die Landflucht stark zu. Besondere Anziehungskraft üben die Industriezentren Libreville und Port-Gentil aus.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1991 ist Gabun eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der mit umfassenden Befugnissen ausgestattete Präsident, der auf sieben Jahre direkt vom Volk gewählt wird. Er ernennt auch den Premierminister. Das Zweikammerparlament besteht aus der Nationalversammlung mit 120 direkt gewählten Abgeordneten (Legislaturperiode fünf Jahre) und dem Senat mit 91 Mitgliedern, die für sechs Jahre indirekt gewählt werden. Dominierende politische Kraft ist die Partei Demokratisches Gabun (PDG).

Wirtschaft und Verkehr:

Träger des wirtschaftlichen Wachstums seit den siebzigerJahren sind die allmählich versiegenden Erölvorkommen. Zudem ist Gabun einer der weltweit führenden Exporteure von Mangan und dem Tropenholz Okoumé. Die Landwirtschaft ist nur schwach entwickelt und dient überwiegend der Selbstversorgung. Die Industrie umfasst Nahrungsmittelindustrie, Holzverarbeitung, Erdölraffinerien und Chemieunternehmen. Zu den wichtigsten Verkehrsträgern gehört die Transgabunische Eisenbahn zwischen der Hafenstadt Libreville und Masuku im Landesinneren.

Geschichte:

Gabun wurde 1472 von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Mitte des 19. Jahrhunderts begann Frankreich mit der Erschließung des Landesinneren. Gabun wurde französische Kolonie, die 1910 mit anderen Gebieten zur Föderation Französisch-Äquatorialafrika zusammengeschlossen wurde. 1960 wurde es in die Unabhängigkeit entlassen. Erster Staatspräsident war Léon M'Ba. Nach seinem Tod 1967 folgte ihm Vizepräsident Omar Bongo an der Staatsspitze. Autoritär regierend (1968 Gründung der Einheitspartei PDG), sah sich Bongo Ende der achtziger Jahre wachsendem Widerstand gegenüber, auf den er mit der Zulassung von Parteien und der Einbindung der Opposition in die Regierung reagierte. Bongo wurde mehrfach als Präsident wiedergewählt, zuletzt 2005. Nach seinem Tod 2009 übernahm Senatspräsidentin Rose Francine Rogombé interimistisch das Präsidentenamt.


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