Elfenbeinküste

Wissenswertes über Elfenbeinküste

Natur und Klima:

Die etwa 550 Kilometer lange Küste am Golf von Guinea ist im Westen überwiegend felsig und geht nach Osten hin in eine flache Ausgleichsküste über. An diese bis zu 60 Kilometer breite Ebene schließt sich im Landesinneren eine bis 500 Meter über dem Meeresspiegel reichende Hochebene an. Im Nordwesten hat die Elfenbeinküste Anteil am Hochland von Guinea und erreicht im westlichen Nimbagebirge seine höchste Erhebung (1752 Meter). Die Flüsse, von zahlreichen Stromschnellen und Wasserfällen unterbrochen, fließen nahezu parallel in Nord-Süd-Richtung.

Im Süden feuchtheiß, im Norden trocken:

An der Küste herrscht feuchtheißes Tropenklima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 25 und 29 Grad sowie Niederschlägen von bis zu 2300 mm. Nach Norden nehmen die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen zu, die Niederschlagswerte sinken auf 1200 bis 1400 mm im Jahr und die Baum- und Feuchtsavanne geht in eine Busch- und Trockensavanne über.

Bevölkerung:

Ein großer Teil der von etwa 60 Ethnien gebildeten Bevölkerung lebt in der Küstenebene. Das Landesinnere mit der neuen Hauptstadt Yamoussoukro (seit 1983) ist das angestammte Siedlungsgebiet der Akan, der größten ethnische Gruppe. Als Folge der fortschreitenden Landflucht und des starken Bevölkerungswachstums leben heute 45 Prozent der Einwohner in Städten. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind Zugewanderte, meist aus Burkina Faso.

Staat und Politik:

Gemäß der 2000 in Kraft getretenen Verfassung ist Elfenbeinküste eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der für fünf Jahre direkt gewählte Präsident, der den Premierminister und die Regierungsmitglieder ernennt. Legislativorgan ist die Nationalversammlung mit 225 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten.

Wichtige Parteien sind die Ivorische Volksfront (Front Populaire Ivoirien, FPI), die langjährige Einheitspartei Demokratische Partei der Elfenbeinküste-Sammlungsbewegung Demokratische Afrikaner (Parti Démocratique de Elfenbeinküste - Rassemblement Démocratique Africain, PDCI - RDA) sowie die Gruppierung Neue Kräfte (Forces Nouvelles, FN).

Wirtschaft:

Die Elfenbeinküste galt lange Zeit als der wohlhabendste Staat Westafrikas. Die positive Entwicklung der im hohen Maße exportorientierten Wirtschaft basierte vor allem auf einer liberalen prowestlichen Wirtschaftspolitik sowie der in Kolonialzeiten angelegten tropischen Agrarwirtschaft. Das Land ist weltgrößter Produzent von Kakao, drittgrößter afrikanischer Kaffeeexporteur und bedeutender Lieferant von Kokosnüssen. Mit dem Ende der siebziger Jahre einsetzenden Rückgang der Weltmarktpreise für die wichtigsten Exportprodukte wurde jedoch eine Wirtschaftskrise ausgelöst, die bis heute aufgrund der politisch instabilen Lage nicht überwunden werden konnte.

Um die große Abhängigkeit von den Hauptausfuhrprodukten (Kakao, Kaffee) zu verringern, wurde in den vergangenen Jahren der Anbau von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl intensiviert. Die Wälder liefern wertvolle Edelhölzer, sind aber in ihrem Bestand stark gefährdet. Neue Erdölfunde vor der Küste ermöglichten die Wiederaufnahme der 1993 eingestellten Förderung.

Hauptverkehrsträger ist das Straßennetz. Die einzige Eisenbahnlinie verbindet das nördliche Nachbarland Burkina Faso mit der Hafenstadt Abidjan.

Geschichte:

Französische Kolonie:

Portugiesen trieben seit dem 15. Jahrhundert Handel mit den Küstenstämmen. Danach setzte sich der französische Einfluss durch. Die Franzosen gründeten 1843 den Stützpunkt Grand-Bassam. 1893 wurde das Gebiet zur französischen Kolonie erklärt, deren Unterwerfung bis zum Ersten Weltkrieg abgeschlossen wurde. 1958 wurde die Elfenbeinküste autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Am 7. August 1960 erhielt das Land die volle Unabhängigkeit unter Félix Houphouët-Boigny, dem Führer der Einheitspartei PDCI-RDA.

Entwicklung seit der Unabhängigkeit:

Gestützt auf ein relativ stetiges Wirtschaftwachstum erlangte das Land einen gewissen Wohlstand und politische Stabilität. Innere Unruhen und Forderungen nach mehr Demokratie führten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Premierministers eingeführt wurden. Nach Houphouët-Boignys Tod wurde 1993 Henri Konan Bédié (PDCI-RDA) Staatspräsident. Er wurde 1999 von General Robert Gueï gestürzt. Nach den Präsidentschaftswahlen 2000 brachen schwere Unruhen aus. Schließlich konnte sich Laurent Gbagbo (FPI) als neuer Staatspräsident durchsetzen.

2002 brach ein Aufstand von Rebellen, die sich in den Forces Nouvelles (FN) zusammenschlossen, gegen die Zentralregierung, die den muslimischen Norden des Landes nicht mehr kontrollieren konnte. Französische Truppen bemühten sich um eine Eindämmung des Konflikts. Ein 2003 geschlossenes Friedensabkommen blieb ohne durchschlagende Wirkung.

2004 stationierte die Uno Truppen. Die Lage blieb jedoch zunächst angespannt: Es kam zu Kämpfen zwischen französischen und ivorischen Einheiten sowie zu Ausschreitungen gegen westliche Ausländer. Weitere unter südafrikanischer Vermittlung geschlossene Friedensvereinbarungen brachten zunächst keine nachhaltige Stabilisierung. Parlaments- und Präsidentschaftswahlen konnten nicht durchgeführt werden. Politische Fortschritte zeigten sich erst nach einem neuerlichen Friedensabkommen, das Regierung und Rebellen 2007 in Ouagadougou unterzeichneten. Guillaume K. Soro, Führer der FN, wurde von Präsident Gbagbo zum Chef einer Übergangsregierung ernannt.