Burkina Faso

Wissenswertes über Burkina Faso

Natur und Klima:

Das westafrikanische Binnenland liegt im flachen Mittelabschnitt der Oberguineaschwelle. Weite, flachwellige Savannenebenen mit einer durchschnittlichen Höhe von 250 bis 350 Meter beherrschen das Landschaftsbild, lediglich überragt von einzelnen Inselbergen. Im Südwesten steigt das Tafelland auf über 700 Meter an. Unweit davon entspringt der Schwarze Volta, der einzige ständig Wasser führende Fluss des Landes. Im Osten senkt sich die Landschaft allmählich zum Nigerbecken hin ab. Im Norden hat Burkina Faso Anteil an der Sahelzone.

Tropenklima:

Burkina Faso liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen mit Sommerregenzeit und langen Trockenperioden im Winter, in denen der Harmattan, ein Staubwind aus der Sahara, weht. Die jährlich stark schwankenden Niederschlagsmengen nehmen von der Feuchtsavanne im Süden nach Norden hin rasch ab. Hier geht die Trockensavanne des Landesinneren in die Dornsavanne mit nur noch schütterer Grasdecke über.

Bevölkerung:

Mit mehr als 60 Ethnien und ebenso vielen Sprachen und Dialekten ist Burkina Faso ein Vielvölkerstaat. Die Mossi mit dem Siedlungsschwerpunkt im zentralen Landesteil stellen etwa die Hälfte der Bevölkerung. Die Bobo haben sich vor allem im Westen um die Stadt Bobo-Dioulasso angesiedelt. Andere Volksgruppen wie die nomadischen Fulbe und Tuareg, die Senufo, Lobi und Dagari leben größtenteils in den dünn besiedelten Randgebieten. Trotz der Landflucht, die sich aufgrund des Vordringens der Wüste in der Sahelzone und dem starken Bevölkerungswachstum verstärkt, leben nur 20 Prozent der Bevölkerung in Städten. Schätzungsweise zwei bis drei Millionen Burkiner leben als Plantagenarbeiter in den Nachbarländern.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1991 ist Burkina Faso eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte und mit weitreichenden Vollmachten ausgestattete Präsident. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt das Kabinett unter Vorsitz des Premierministers. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung, deren 111 Abgeordnete für fünf Jahre gewählt werden. Regierungspartei ist die Sammlungsbewegung Kongress für Demokratie und Fortschritt (CDP).

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz Schuldenerlass und Entwicklungshilfe gehört Burkina Faso zu den ärmsten Ländern des afrikanischen Kontinents. Der begrenzte Binnenmarkt, Energiemangel und das geringe Ausbildungs- und Produktivitätsniveau schränken die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten stark ein. Auch über nennenswerte Rohstoffvorkommen verfügt das Land nicht. Manganerze, Phosphate, Kalkstein und Gold werden in nur geringen Mengen abgebaut. Deshalb ist die Landwirtschaft immer noch die wirtschaftliche Grundlage Burkina Fasos.

Fruchtbare Böden befinden sich nur im Südwesten und in einigen Flusstälern; das Hauptweidegebiet (Rinder, Ziegen, Schafe) ist der trockene, dürregefährdete Nordwesten. Angebaut werden Hirse, Mais, Reis, Hülsen- und Knollenfrüchte für den Eigenbedarf. Wichtigstes Exportgut ist die Baumwolle. Im unterentwickelten industriellen Sektor werden hauptsächlich Agrarprodukte verarbeitet. Wichtigste Wirtschaftstandorte sind Ouagadougou und Bobo-Dioulasso. Beide Städte sind auch über die einzige Eisenbahnlinie des Landes mit der Côte d'Ivoire und dem Hafen von Abidjan sowie der Republik Niger verbunden.

Geschichte:

Französische Herrschaft:

Im 11. Jahrhundert wanderten Angehörige der Mossi in die Region ein und gründeten in der Folgezeit mehrere Königreiche, die ihre Blütezeit im 16./17. Jahrhundert erlebten. Die Selbständigkeit endete, als Frankreich 1896 die Königreiche Ouagadougou und Yatenga eroberte und sie 1919 mit den anderen Teilen des heutigen Staates zur Kolonie Obervolta zusammenfasste. Nach Aufständen gegen die Kolonialmacht wurde Obervolta 1932 unter den Nachbarkolonien aufgeteilt; erst 1947 wurde die Einheit wiederhergestellt. 1958 erhielt Obervolta die innere Autonomie, 1960 erlangte es die Unabhängigkeit.

Innere Wirren und Reformbemühungen:

In den ersten Jahren wurde der neue Staat autoritär von Präsident Maurice Yaméogo regiert. Demonstrationen erzwangen 1966 seinen Rücktritt. Es kam zu einer raschen Abfolge von Zivilregierungen und Militärregimen, bis 1983 der Offizier Thomas Sankara die Macht übernahm. Der Verfechter eines an afrikanische Verhältnisse angepassten Sozialismus verfolgte eine eigenständige und unabhängige Entwicklung des Landes, das er von Obervolta in Burkina Faso umbenannte. Sankara wurde 1987 gestürzt und ermordet. Neuer Machthaber wurde Blaise Compaoré. Er schlug zunächst einen orthodox-marxistischen Kurs ein, leitete aber im Zuge der Liberalisierung in der UdSSR in Burkina Faso demokratische Reformen ein. 1991 wurde die Abkehr vom Sozialismus hin zum Mehrparteiensystem vollzogen. Im gleichen Jahr gewann Compaoré die Präsidentschaftswahlen und wurde 1997 und 2005 mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.