Botswana

Wissenswertes über Botswana

Natur und Klima:

Den Großteil des Binnenlandes nimmt das abflusslose und rund tausend Meter hohe Becken der Kalahari ein. Halbwüsten und Savannen prägen die weithin ebene, vereinzelt von Inselbergen überragte Landschaft. Nur die im Südosten gelegenen Hügelketten erreichen Höhen von mehr als 1400 Meter. Im Norden des Landes spaltet sich der im angolanischen Hochland entspringende Okavango mit seinen zahlreichen Armen zu einem versumpften und weit verzweigten Binnendelta auf. Nach der Regenzeit überflutet er große Teile des Deltas und erreicht auch die Makarikaripfanne im tiefsten Teil des Kalaharibeckens, die sich dann in einen riesigen Salzsumpf verwandelt.

Die Niederschläge fallen vorwiegend von Oktober bis März; die Werte erreichen im Mittel zwischen 700 mm im Norden und 250 mm im Südwesten. Bei extremen Temperaturwerten bis zu 40 Grad Celsius verdunstet jedoch der meiste Teil des Wassers wieder.

Bevölkerung:

Botswana gehört zu den am dünnsten besiedelten Staaten der Welt. Das Volk der San, die sogenannten Buschleute, wurde nach und nach in die unwirtlichsten Teile der Kalahari zurückgedrängt. Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Tswana, die sich in acht Stämme mit jeweils streng voneinander abgegrenzten Stammesgebieten gliedern.

Der Lebensstandard hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert, doch nicht alle Bevölkerungsteile haben am wachsenden Wohlstand teil. Es bestehen deutliche Einkommensunterschiede zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung. Eines der größten Probleme bereitet die Immunschwäche Aids: Inzwischen ist jeder Dritte HIV-infiziert.

Staat und Politik:

Nach der inzwischen revidierten Verfassung von 1966 ist Botswana eine präsidiale Republik innerhalb des Commonwealth. Der Staatspräsident, der zugleich Regierungschef ist, wird vom Parlament für fünf Jahre gewählt und hat weitreichende Vollmachten. Legislativorgan ist die Nationalversammlung mit 63 Mitgliedern und fünfjähriger Legislaturperiode. Das House of Chiefs mit den Stammeshäuptlingen hat zusätzlich beratende Funktion. Seit der Unabhängigkeit ist die Botswana Democratic Party Regierungspartei. Im Rechtssystem gelten traditionelles Stammesrecht und südafrikanisches Recht nebeneinander.

Wirtschaft und Verkehr:

Botswana wandelte sich von einem der ärmsten zu einem der wohlhabenderen Länder Afrikas. Der Grund für den Aufstieg sind die reichen Vorkommen an Bodenschätzen, die in den vergangenen Jahrzehnten entdeckt wurden, außer Kupfer, Nickel, Steinkohle sowie Gold, Uran und Mangan vor allem Diamanten. Mit südafrikanischer Beteiligung stieg Botswana zu einem der größten Diamantenproduzenten der Welt auf. Der Staat und der südafrikanische Konzern De Beers sind jeweils zur Hälfte an der Produktion beteiligt. Auch in vielen anderen Bereichen der Volkswirtschaft, zum Beispiel im Außenhandel und bei der Energieversorgung, besteht eine enge Verbindung zur Republik Südafrika.

Nur noch knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen arbeitet im Agrarsektor, überwiegend in der von Großgrundbesitzern betriebenen Rinderwirtschaft. Als Devisenquelle spielt inzwischen auch der Tourismus - insbesondere Safaris ins Okavangodelta und in die Nationalparks und Wildreservate - eine bedeutende Rolle.

Hauptverkehrsträger ist die Eisenbahn. Durch den Osten des Landes verläuft eine Schienenverbindung zwischen Südafrika und Simbabwe. Das Straßennetz besteht zu zwei Dritteln aus Erd- und Schotterpisten.

Geschichte:

Britisches Protektorat:

Das heutige Botswana gehört zu den Gebieten Afrikas mit der ältesten Siedlungsgeschichte. Lange vor dem Eindringen der Bantu-Völker bewohnten die als Jäger und Sammler nomadisierenden San den Süden und Südwesten Afrikas. Im 18. Jahrhundert übernahmen mehrere Tswana-Stämme die Vorherrschaft. 1885 annektierte Großbritannien das Gebiet und erklärte es unter dem Namen Betschuanaland zum Protektorat. Strategisch wenig bedeutend und wirtschaftlich uninteressant wurde das Gebiet jedoch vernachlässigt; die traditionellen Strukturen blieben weitgehend erhalten. Seit 1910 war es eng mit der benachbarten Südafrikanischen Union verbunden, wurde ihr jedoch nie politisch eingegliedert.

Unabhängigkeit:

Unter Führung von Seretse Khama und der Botswana Democratic Party (BDP) erhielt das Protektorat 1966 als Republik Botswana die Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth. Khama wurde Staatspräsident und Regierungschef. Er verfolgte bis zu seinem Tod 1980 eine gemäßigt konservative Innenpolitik und beteiligte die Bevölkerung auf Dorf- und Distriktebene an politischen Entscheidungen. Nachfolger Khamas wurde Quett Masire, der 1998 sein Präsidentenamt zugunsten von Festus Mogae niederlegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 gewann wie in allen Jahren zuvor die BDP. Das neu gewählte Parlament bestätigte Mogae im Präsidentenamt. Dieser kündigte 2007 seinen Rücktritt an. 2008 wurde der bisherige Vizepräsident Seretse Ian Khama , ein Sohn des Staatsgründers, neuer Präsident.

 


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