Benin

Wissenswertes über Benin

Natur und Klima:

Von der lagunenreichen und teils versumpften Küste steigt das Land nach Norden allmählich zu einem mit fruchtbaren Lehmboden bedeckten Tiefland (Terre de Barre) an. Den zentralen Landesteil nimmt ein kristallines, von bis zu 250 Meter hohen Inselbergen überragtes Plateau ein. Im Nordwesten erhebt sich das annähernd 660 Meter hohe Atakoragebirge, das zum Pendjari-Tiefland an der Grenze zu Burkina Faso steil abfällt. Nach Nordosten senkt sich das Land zum Niger ab, der auf etwa 150 Kilometer die Grenze zum gleichnamigen nördlichen Nachbarland bildet.

Regenreiches Klima:

Im Küstenbereich herrscht ein äquatoriales Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und zwei Regenzeiten. Insgesamt fallen von März bis Juli und von September bis November bis zu 1400 mm Niederschläge. Der Norden hat nur noch eine Regenzeit von Mai bis Oktober. Während der Trockenzeit weht von Nordosten her ein heißer Wüstenwind, der Harmattan. Vorherrschender Vegetationstyp ist die Feuchtsavanne, die nach Norden in Trockensavanne übergeht.

Bevölkerung:

Benin ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 60 Ethnien sowie 90 verschiedenen Sprachen und Dialekten. Die koloniale Grenzziehung hat alte Stammesgebiete durchschnitten. Im Süden des Landes leben die Mehrheitsvölker der Fon, Yoruba und Adja, im Norden die Bariba und Fulbe sowie weitere Nomadenstämme. Insgesamt ist der Norden weit weniger dicht besiedelt als der südliche Landesteil.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung vom 1990 ist Benin eine präsidiale Republik. Der Staatspräsident ist zugleich Regierungschef und hat umfassende Vollmachten. Er wird für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt, wobei nur eine Wiederwahl möglich ist. Gesetzgebendes Organ ist die Nationalversammlung mit 83 Abgeordneten. Stärkste parteipolitische Kraft ist das den Präsidenten unterstützende Bündnis Force Cauris pour un Bénin Emergent (FCBE).

Wirtschaft:

Benin ist ein wirtschaftlich wenig entwickeltes Land und in hohem Maße von Entwicklungshilfe abhängig. Noch immer lebt rund ein Drittel der Bevölkerung in extremer Armut.

Die Anlage von Ölpalmplantagen hat wesentlich zum Rückgang der selbstversorgenden Landwirtschaft mit Anbau von Mais, Maniok, Yams und Süßkartoffeln geführt. Baumwolle - ebenfalls auf Plantagen angebaut - ist heute das mit Abstand wichtigste Ausfuhrprodukt. Die Bodenschätze (Erdöl, Eisenerz, Phosphat, Titanerz) sind bislang aufgrund von Kapitalmangel und fehlender Verkehrsanbindung noch nicht erschlossen.

Die wenig entwickelte Industrie beschränkt sich auf die Herstellung einfacher Gebrauchsgüter und die Verarbeitung von Agrarerzeugnissen. Benin ist durch seinen Tiefseehafen Cotonou ein wichtiges Transitland für Güter in die nördlich angrenzenden Staaten. In den vergangenen Jahren hat sich die Hafenstadt zum größten Gebrauchtwagenmarkt Westafrikas entwickelt.

Geschichte:

Im alten Reich Benin, das im Gebiet des heutigen südöstlichen Nigeria lag und nicht mit der modernen Republik gleichen Namens verwechselt werden darf, gab es eine hochentwickelte Kunst. Im 17. Jahrhundert entstand auf dem heutigen Staatsgebiet das Königreich Abomey (später Dahomey), dessen Zentrum die gleichnamige Stadt im Süden des Landes war. Von hier aus konnten die zum Volk der Ewe gehörenden Fon mit Hilfe einer straff organisierten und gut ausgerüsteten Armee ihren Einfluss bis in das heutige Nigeria und nach Togo ausdehnen. Der Reichtum der Fon basierte vor allem auf dem Handel mit Sklaven, die nach Übersee verschifft wurden. Kolonialherrschaft und

Unabhängigkeit:

1879 entsandte Frankreich Truppen und begann mit der systematischen Eroberung Dahomeys, das später der Kolonie Französisch-Westafrika angegliedert wurde. 1958 wurde Dahomey autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft; 1960 erhielt es die Unabhängigkeit. Die folgenden zwölf Jahre waren von inneren Wirren geprägt. 1972 putschte sich General M. Kérékou an die Macht. Sein Regime verfolgte einen sozialistischen Kurs. 1975 wurde die Republik Dahomey zur Volksrepublik Benin erklärt und die Einheitspartei Parti de la Révolution Populaire du Benin (PRPB) gegründet.

Nach dem Zusammenbruch der Staatsfinanzen Ende der achtziger Jahre öffnete Kérékou das Land zum Westen und leitete auf inneren und äußeren Druck hin eine Demokratisierung ein. 1990 wurde per Referendum eine neue Verfassung eingeführt. Die Volksrepublik wurde zur Republik. Bei den Präsidentschaftswahlen 1991 siegte Nicéphore Soglo. Er trieb den Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft voran. Seine Politik forderte gerade den ärmsten Teilen der Bevölkerung Opfer ab, so dass die Präsidentschaftswahlen 1996 und 2001 der einstige Machthaber Kérékou gewinnen konnte. 2006 wurde der unabhängige Kandidat Thomas Boni Yayi zum Staatschef gewählt. Die Parlamentswahlen 2007 gewann die Parteienallianz FCBE.

 


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