Ägypten

Wissenswertes über Ägypten

Natur und Klima:

Ägypten ist eines der flächenmäßig größten Länder der arabischen Welt, doch bestehen 96 Prozent seines Staatsgebiets aus Wüste. Der Nil durchfließt das Land über 1200 Kilometer von der Grenze zum Sudan im Süden bis zum Mittelmeer im Norden. Westlich des Niltals liegt die Libysche Wüste, die etwa drei Viertel des ägyptischen Territoriums einnimmt, östlich die Arabische Wüste. Jenseits der Landenge von Suez schließt sich die Wüstenlandschaft der Halbinsel Sinai an.

Weites Wüstenland:

Die Libysche Wüste gehört zur Sahara und ist ein vegetationsloses Tafelland aus Kalk- und Sandsteinschichten. Inmitten des Tafellandes liegen mehrere Niederungen, die vereinzelt bis unter das Meeresspiegelniveau reichen; tiefster Punkt ist die Qattarasenke mit -134 Meter. Dort, wo die Senken bis an den Grundwasserspiegel reichen, sind fruchtbare Oasen entstanden.

Die Arabische Wüste zwischen Nil und Rotem Meer erhebt sich im Norden auf 1000 Meter und im Süden auf über 2000 Meter. An der Küste tritt das kristalline Grundgebirge zutage, das steil zum Grabenbruch des Roten Meeres abfällt. Sturzbäche nach sporadischen Wolkenbrüchen haben hier im Lauf der Zeit in die Gesteinsoberfläche zahlreiche Wadis (Trockentäler) eingegraben.

Weite Wüstenlandschaften prägen auch die Sinaihalbinsel, die im zerklüfteten Sinai-Gebirge im Süden mit 2637 m die höchste Erhebung Ägyptens erreicht.

Fruchtbares Niltal:

Der Nil, der längste Fluss der Erde, ist die Lebensader Ägyptens. Als sogenannter Fremdlingsfluss wird er von den Zenitalregen des ostafrikanischen Hochlands gespeist. Sein schmales, nur 5 bis 25 Kilometer breites Tal ist teilweise bis zu 300 Meter tief in die Wüste eingeschnitten und von den fruchtbaren Flussablagerungen ausgefüllt. Nördlich von Kairo weitet sich der Nil zu einem breiten Delta und mündet in mehreren Armen zwischen Alexandria und Damiette ins Mittelmeer. An der Küste liegen große Brackwasserseen, die durch Dünenzüge vom Meer getrennt sind. Mit dem Bau des Assuan-Hochdamms (Sadd Al Ali) 1970 wurde der Oberlauf des Nils auf rund 600 Kilometer bis weit in sudanesisches Gebiet hinein zum Nasser-Stausee aufstaut.

Trockenes Wüstenklima:

Ägypten gehört zum nordafrikanischen Trockengürtel und weist ein heißes und trockenes Wüstenklima mit großen tageszeitlichen Temperaturgegensätzen auf. Nur die schmale Küstenzone am Mittelmeer liegt im Bereich mediterraner Einflüsse und erhält durch nordwestliche Winde Winterregen bis 200 mm. In allen übrigen Landschaften erreichen die Niederschläge kaum mehr als 20 mm. Von März bis Juni können heiße Sandstürme (Chamsin) aus Süden wehen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus den arabisierten Nachkommen der alten Ägypter. Minderheiten bilden die Nubier, die arabischen Beduinen und die Sudanesen. Gemeinsames Band ist die Religion. Das ab dem 2. Jahrhundert christianisierte Land wurde unter arabischer Besetzung eine Hochburg des sunnitischen Islam.

Die statistische Siedlungsdichte von 74 Einwohnern pro Quadratkilometer verzerrt das Bild. Da der Großteil Ägyptens aus lebensfeindlicher Wüste besteht, konzentriert sich die Bevölkerung auf nur vier Prozent des Staatsgebietes. Das Nildelta gehört mit 1120 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde. Als Folge des hohen Bevölkerungswachstums geht jedes Jahr wertvolles Kulturland an die ausufernden Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren. Seit 1950 hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt und wächst weiter kontinuierlich. Schätzungsweise jeder vierte Ägypter lebt im Ballungsraum Kairo, der größten Stadt Afrikas.

Bildung:

Obwohl die ägyptische Regierung stark in den Schulausbau investiert, ist das Hauptproblem der Fehlbedarf an Lehrern, der sich durch eine stets anwachsende Schülerzahl verschärft. Viele Schüler nehmen daher zusätzliche private Stunden. Das staatliche Schulsystem gliedert sich in die Grundschule, die von Sechs- bis Elfjährigen besucht wird. Ihr schließt sich eine sechsjährige Sekundarstufe an, deren Abschluss den Zugang zu einer der 18 staatlichen oder privaten Hochschulen oder 125 technischen Instituten erlaubt.

Staat und Politik

Gemäß der Verfassung vom 11. September 1971 (mit Änderungen 1980, 2005 und 2007) ist Ägypten eine präsidiale Republik. Der Präsident wird für eine Amtszeit von sechs Jahren direkt von der Bevölkerung gewählt. Er ernennt die Regierung, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat das Recht, Dekrete zu erlassen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern: Die Volksversammlung als Legislativorgan hat 454 Abgeordnete, von denen 444 für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt werden. Weitere zehn Abgeordnete werden vom Präsidenten ernannt. Zweite Parlamentskammer ist der beratende Schura-Rat mit 264 Abgeordneten.

Das Parlament wird von der mit Zweidrittelmehrheit regierenden National-Demokratischen Partei (NDP), der Partei des Präsidenten, beherrscht. Daneben gibt es kleinere Oppositionsparteien (zum Beispiel die nationalliberale Neue Wafd-Partei). Stärkste Kraft der Opposition ist die Muslimbruderschaft, die, weil als Partei verboten, mit "unabhängigen" Kandidaten im Parlament vertreten ist. Nach der Verfassungsrevision von 2007 sind politische Aktivitäten mit Bezug auf religiöse Überzeugungen verboten. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Scharia, das islamische Recht.

Wirtschaft und Verkehr

Die tragenden Säulen der ägyptischen Wirtschaft sind der Tourismus, die Gebühren für die Durchfahrt des Suez-Kanals, der Erdöl- und Erdgasexport sowie die Überweisungen der im Ausland arbeitenden Ägypter. Charakteristisch ist die starke Beteiligung des Staates an Unternehmen aus Industrie, Handel und Finanzwesen. Aufgrund der hohen Geburtenrate - rund ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre - drängt jedes Jahr eine große Zahl junger Menschen auf den Arbeitsmarkt.

Die offizielle Arbeitslosenquote von elf Prozent verdeckt eine hohe Unterbeschäftigung. Der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Ägypter nimmt weiter zu. Durch Privatisierung von staatlichen Industriebetrieben und Staatsbanken, den Abbau von Subventionen und die Liberalisierung des Handels wird versucht, die relativ hohe Auslandsverschuldung zu begrenzen und ausländisches Kapital ins Land zu locken.

Obgleich nur etwa vier Prozent der Fläche ackerbaulich genutzt werden können, bildet die Landwirtschaft seit alters her die Lebensgrundlage der Bevölkerung. Hauptanbaugebiete sind das Niltal und das Nildelta sowie einige Wüstenoasen. In früheren Zeiten unterlag die Landwirtschaft dem von den Nilfluten abhängigen Anbaukalender. Nach der Hochwasserzeit folgte die Bestellung der Felder auf den mit frischen fruchtbaren Flusssedimenten überzogenen Böden der Nilaue. Die Felder konnten dank des nur langsam zurückweichenden Wassers mit Hilfe von Schöpfrädern mehrmals bewässert werden. Anschließend trocknete das Kulturland aus und lag bis zur nächsten Überflutung brach.

Ab 1902 hielt der erste Assuandamm einen Teil der Flut zurück, was die Anbauzeit verlängerte. Heute staut der Assuan-Hochdamm das gesamte Nilwasser auf. Das riesige Wasserreservoir dient der Stromerzeugung sowie der ganzjährigen Bewässerung. Dadurch konnten neue Anbauflächen erschlossen und der Ertrag durch mehrere Ernten im Jahr erhöht werden. Da der Damm jedoch auch den fruchtbaren Nilschlamm zurückhält, müssen die Felder künstlich gedüngt werden. Durch die Zufuhr von Wasser unter der heißen Wüstensonne steigt die Verdunstung und die Gefahr der Bodenversalzung wächst. Die Landwirtschaft kann den Nahrungsmittelbedarf Ägyptens bei weitem nicht decken, so dass hohe Einfuhren an Lebensmitteln erforderlich sind.

Tourismus als tragende Säule der Wirtschaft:

Der Tourismus erwirtschaftet mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Er bringt dem hoch verschuldeten Land dringend benötigte Devisen und schafft zahlreiche Arbeitsplätze. Jährlich kommen mehrere Millionen Touristen (vor allem aus Deutschland und Italien) nach Ägypten, das bereits in der Antike ein bekanntes Reiseziel war.

Zu den Hauptanziehungspunkten gehören die faszinierenden Kulturdenkmäler früherer Epochen: Memphis und seine Totenstadt mit den Pyramiden von Gizeh, Abusir und Saqqara, die nubischen Denkmäler von Abu Simbel bis Philae, Theben und seine Totenstadt. Hinzu kommen die Kirchen der Kopten, die Moscheen und die Museen von Kairo. Am Roten Meer mit seinen Korallenriffen und auf der Halbinsel Sinai wurden moderne Ferienanlagen (Ghardaqah, Sharm Ash Shaykh) für den Badeurlaub und Tauchsport errichtet.

Eisenbahnen, Schiffe und Pipelines:

Wichtigster Verkehrsträger ist die Eisenbahn mit dem ältesten Netz in Afrika. Es konzentriert sich wie das Straßennetz auf das Niltal und das Nildelta. Wichtigste Binnenwasserstraße ist der bis Assuan schiffbare Nil. Große Bedeutung für die internationale Schifffahrt hat der Suezkanal, der auf einer Länge von 162,5 Kilometer das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet. Durch den Bau von Erdöl- und Erdgaspipelines hat seine Bedeutung aber stark abgenommen.

Geschichte

Vorgeschichte und Herrschaft der Pharaonen:

Bereits in der Jungsteinzeit bezeugen die Kulturen von Merimde, Faiyum und Omari in Unterägypten eine sesshafte Bevölkerung. Der oberägyptische Raum zeigt die einander folgenden Kulturen von Tasa und Negade I und II, wobei letztere schon über den Norden des Landes hinausreichte. Mit der Periode Negade III (um 3200 v. Chr.) schloss die vorgeschichtliche Entwicklung ab. Nach Kämpfen im Norden wurden Ober- und Unterägypten um 3150 v. Chr. zu einem Reich zusammengeschlossen.

Zunächst regierten die Könige (für die sich das hebräische Lehnwort Pharao eingebürgert hat) von wechselnden Pfalzen aus das Land. Nach Unruhen und Konsolidierungsanstrengungen in der Thinitenzeit (1. und 2. Dynastie) entstand ein straff gelenkter Zentralstaat (Altes Reich, um 2682 v. Chr. bis 2191 v. Chr.) mit fester Residenz in Memphis. Einen kulturellen Höhepunkt erreichte die 3. Dynastie unter Djoser . Unter der 4. Dynastie wurden die großen Pyramiden von Gizeh und Dahschur durch Snofru,Cheops, Chephren und Mykerinos errichtet. Am Ende der 6. Dynastie begann ein Zerfall der Regierungsgewalt, der schließlich zum Zusammenbruch des Alten Reichs führte. Während der ersten Zwischenzeit (7. bis 10. Dynastie) lähmten Hungersnöte und Kriege zwischen rivalisierenden Herrscherfamilien das Land.

König Mentu-hotep II. aus dem oberägyptischen Theben (11. Dynastie) gelang erneut die Reichseinigung (Mittleres Reich, um 2025 v. Chr.-1794 v. Chr.). Die Pharaonen der 12. Dynastie, die wieder in der Nähe von Memphis residierten, führten das Land zu neuer Blüte.

In der 13. und 14. Dynastie wurde die Einheit Ägyptens durch schwache Könige u. Usurpation wieder gefährdet: es drangen asiatische Gruppen verschiedener ethnischer Zugehörigkeit ein, die unter dem Namen Hyksos (Herrscher der Fremdländer) auftraten. Beim Befreiungskampf gegen die ausländische Besatzung mussten sich die thebanischen Fürsten und Brüder Kamose und Ahmose gleichzeitig mit den Hyksos und deren Verbündeten, den Nubiern, auseinandersetzen. Ahmose war schließlich erfolgreich und begründete die 18. Dynastie.

Während des Neuen Reichs (18.-20. Dynastie, um 1550 v. Chr.-1070 v. Chr.) wurde Ägypten durch die Eroberung Syriens und Nubiens Großmacht. Bedeutende Herrscher dieser Zeit waren Thutmosis III., Echnaton und Ramses II., der gewaltige Bauvorhaben durchführte und nach der Schlacht von Kadesch mit den Hethitern einen Friedensvertrag schloss.

Die Epoche von 1070 bis 332 v. Chr. (dritte Zwischenzeit und die Spätzeit) war gekennzeichnet durch soziale Unruhen, Zerfall der Reichseinheit und Fremdherrschaft. Nach 760 v. Chr. wurde Ägypten von dem nubischen König Pije erobert. Seit 671 v. Chr. drangen die Assyrer mehrfach nach Ägypten vor. Psammetich I., zunächst Vasall der Assyrer, befreite Ägypten und vertrieb die Nubier aus Oberägypten. Psammetich III. musste die Herrschaft 525 v. Chr. den Persern überlassen. Zwischen der ersten und zweiten Perserherrschaft gewann Ägypten für kurze Zeit seine Unabhängigkeit zurück (404 v. Chr.-343 v. Chr.).

Griechisch-Römische Antike und Mittelalter:

332 v. Chr. eroberte Alexander der Große Ägypten und verleibte es seinem Weltreich ein. Nach seinem Tod fiel das Land an Ptolemaios , einen General Alexander des Großen. Hauptstadt des Reichs der Ptolemäer (304-30 v. Chr.) wurde das neugegründete Alexandria. Während der Regentschaft Kleopatras 30 v. Chr. wurde Ägypten Provinz des Römischen Reiches. Bei der Reichsteilung 395 n. Chr. fiel Ägypten an Byzanz.

Mit der Annexion durch die Araber 641/42 begann die Islamisierung. In den folgenden Jahrhunderten regierten verschiedene muslimischen Dynastien. 1171 führte die von Saladin begründete Dynastie der Ajjubiden Ägypten zu neuer Macht und kultureller Blüte. Wirtschaftlich erstarkte Ägypten unter den Mamluken-Sultanen (1250-1517) anfänglich weiterhin, bald aber schwächten es innerdynastische Kämpfe so, dass es 1517 dem Angriff der Türken erlag.

Aufstieg Mohammed Alis und britische Oberherrschaft:

1798 landete Napoleon I. mit einem französischen Expeditionsheer in Alexandria. Er musste aber einer türkisch-britischen Übermacht weichen. Nach dem Abzug der Franzosen konnte sich 1805 der in osmanischen Diensten stehende Mohammed Ali als erblicher Statthalter durchsetzen. Damit wurde er zum Begründer der bis 1952 herrschenden Dynastie. Mohammed Ali brach die Macht der Mamluken, reformierte die Verwaltung und schuf eine moderne Infrastruktur. 1869 konnte der Suezkanal eröffnet werden.

1875 musste Vizekönig Ismail den ägyptischen Anteil an den Suezkanal-Aktien England überlassen. Frankreich und England übernahmen die Kontrolle der ägyptischen Staatsfinanzen. Gegen diese Demütigung erhoben sich 1881 nationalistische Offiziere. 1882 besetzten britische Truppen das Land, das formal unter osmanischer Oberhoheit blieb. Die Dynastie Mohammed Alis blieb auf dem Thron. 1914 wurde Ägypten britisches Protektorat. Im 1. Weltkrieg gewann die ägyptische Nationalbewegung an Einfluss.

1922 wurde Ägypten in die Unabhängigkeit entlassen. Die Briten behielten allerdings die Kontrolle über den Suezkanal und sicherten sich weitere Mitspracherechte. Erst Faruk I., der 1936 den Thron bestiegen hatte, konnte die britische militärische Besatzung auf die Suezkanalzone beschränken. Im Zweiten Weltkrieg schlugen britische und verbündete Truppen 1942 das deutsche Afrikakorps bei Al Alamein. Die ägyptische Armee beteiligte sich nicht an den Kämpfen.

Nasser, Sadat, Mubarak:

1948/49 engagierte sich Ägypten gemeinsam mit anderen arabischen Armeen im Ersten Nahost-Krieg gegen den neuen Staat Israel. Die dort erlittene Niederlage schwächte Faruks Autorität. 1952 zwang ihn die Organisation Freie Offiziere zur Abdankung, im folgenden Jahr erklärte ein Revolutionsrat Ägypten zur Republik. 1954 übernahm der Führer der Freien Offiziere, Oberst G. A. Nasser , das Präsidentenamt und errichtete ein diktatorisches Regime. 1956 verstaatlichte er den Suezkanal, was zum Konflikt mit Großbritannien, Frankreich und Israel führte. In der Folge knüpfte Ägypten engere Beziehungen zur UdSSR.

1967 sperrte Ägypten den Golf von Aqaba für israelische Schiffe und erzwang den Abzug der Uno-Truppen, die seit 1957 die ägyptisch-israelische Waffenstillstandslinie abschirmten. Daraufhin kam es zum "Sechstagekrieg", in dem Ägypten die Sinai-Halbinsel verlor.

Nach dem Tod Nassers 1970 wurde sein Stellvertreter Anwar As Sadat Staatspräsident. Im Jom-Kippur-Krieg 1973 griff Ägypten gemeinsam mit Syrien 1973 Israel an. Zwar konnte die ägyptische Armee einen Teilerfolg erringen, doch musste Sadat erkennen, dass der Konflikt nicht militärisch, sondern nur auf politischem Weg zu lösen war. 1977 entschloss Sadat sich zu einem spektakulären Schritt: Er reiste nach Jerusalem, und Ägypten erklärte sich als erstes arabisches Land bereit, Israel völkerrechtlich anzuerkennen. Nach langwierigen Verhandlungen unter Vermittlung der USA wurde 1979 der ägyptisch-israelische Friedensvertrag unterzeichnet

Die letzte Seite des israelisch-ägyptischen Friedensvertrag vom 26. März 1979 trägt die Unterschriften von Anwar As Sadat, Menachem Begin und Jimmy Carter., der die vollständige Räumung des Sinai durch Israel vorsah. Die Annäherung an Israel und den Westen isolierte Ägypten in der arabischen Welt, die ägyptische Mitgliedschaft in der Arabischen Liga wurde bis 1989 suspendiert. 1981 fiel Sadat einem Attentat zum Opfer.

Neuer Präsident wurde der bisherige Vizepräsident Hosni Mubarak. Er setzte die Politik der Zusammenarbeit mit dem Westen fort, konnte jedoch auch die Isolierung Ägyptens innerhalb des arabischen Lagers überwinden. Innenpolitisch trugen die großen sozialen Probleme zu einer Stärkung des militanten islamischen Fundamentalismus bei. Auf wachsenden innen- und außenpolitischen Druck hin revidierte Mubarak für die Präsidentschaftswahlen 2005 die Verfassung: Erstmals waren Gegenkandidaten zugelassen, über die die Bevölkerung in direkter Wahl entscheiden konnte. Die Wiederwahl und die Machtstellung Mubaraks blieben jedoch ungefährdet. 2007 erfolgte eine neuerliche Verfassungsrevision, die in einem von der Opposition weitgehend boykottierten Referendum bestätigt wurde.


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